52 Bücher – Woche 27

Das Fellmonster hat für diese Woche ein sehr ernstes Thema ausgesucht: Nationalsozialismus.

Hierzu habe ich ja einige Bücher und ich möchte Euch ein paar davon vorstellen. Und zwar nicht nur zum Nationalsozialismus selbst, sondern ein wenig drum rum:

Dunkle Tage von Gunnar Kunz

Das Buch habe ich erst am Samstag beendet, Rezension hier. Dieser Krimi spielt in der Weimarer Republik und hat mit dem zukünftigen Krieg eigentlich nichts zu tun. Dennoch zeichnet das Buch einen interessanten Einblick in das Berlin der 20er Jahre. Und ich muss sagen – es überrascht mich nun nicht mehr wirklich, dass Hitler an die Macht gekommen ist. Die Strömungen waren vorher schon da und er brauchte diese nur noch bündeln. A gmahte Wiesn wie der Bayer sagt – also es musste nur noch geerntet werden.

Jeder stirbt für sich allein von Hans Fallada

Ein wahnsinnig gut geschriebener Roman, allerdings auch sehr sehr bedrückend. Ich habe mich bei dem Buch vehement geweigert hier einzutauchen, denn zu klar und deutlich wird die Zeit um 1940 herum beschrieben. Der menschenverachtende Umgang miteinander, die Respektlosikeit.

Dabei handelt das Buch von einem älteren Ehepaar, welches versucht mit Karten auf Missstände aufmerksam zu machen. Doch dieser hilflose und wenig erfolgreiche Versuch war nicht nur gefährlich, sondern brachte auch nichts. Der Roman beruht auf eine wahre Begebenheit und wurde direkt nach dem Weltkrieg geschrieben. Deshalb glaube ich, dass er ein relativ unverfälschtes Bild auf diese Zeit wirft. Und wie gesagt, mich hat hier weniger die Geschichte an sich beeindruckt, sondern wie die Menschen damals miteinander umgegangen sind. Und nein, das will ich nicht erleben müssen. Also nicht nur den Krieg, sondern auch das Menschliche – Lest ihn. Er ist wirklich gut. Hier geht es zu meiner Rezension. Ich leihe oder tausche das Buch auch gerne!

Weiteres auf meinem SUB:

Auf meinem SUB liegt zu jener Zeit noch Suite française und vielleicht bekomme ich noch Adressat unbekannt. Beim erstgenannten wird der Blick aus Sicht eines französischen Dorfes erzählt, bei denen ein deutscher Soldat Unterschlupf findet. Und bei Adressat  unbekannt – geht es um einen deutsch-amerikanischen Schriftwechsel während jener Zeit.

Meine Meinung zu jenem Thema

Bei uns im Geschichtsunterricht wurde lange darüber diskutiert und erklärt, wie es zum ersten Weltkrieg kam, so dass zum Schuljahresende nicht mehr genug Zeit für den zweiten Weltkrieg blieb – ein Schelm wer böses dabei denkt. Dann habe ich Eltern, die den Krieg sehr unterschiedlich erlebt haben. Meine Mutter war bei dem Flüchtlingszug aus Ostpreußen dabei, während mein Vater eine relativ schöne Kindheit im Rheinland hatte. Ich selbst bin in Oberbayern groß geworden, wo man sehr wenig vom Nationalsozialismus spürt. Zwar war Rosenheim mit den Zugverbindungen ein wichtiger Knotenpunkt, aber so wichtig nun auch wieder nicht, dass vieles zerbombt worden wäre. Und hier in Wasserburg – irgendwo in der Nähe gab es ein paar Gefechte. Eher war unsere Gegend also ein Rückzugsort, an den man Kinder etc. schickte, damit sie sich erholen. Und so.

Deshalb finde ich es sehr wichtig, dass Bücher zu dieser Zeit nicht untergehen und dass sie weiterhin auf den Markt kommen. Gunnar Kunz mit seinen Krimis zeigt die Zeit davor recht gut auf und schreibt weiterhin Bücher zu jener Zeit.

Das Buch von Hans Fallada wurde letztes Jahr wieder neu auferlegt und wird so hoffentlich auch nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Und ich finde es auch Klasse, dass diese Themen auch bei der Aktion zum Welttag des Buches aufgegriffen wurden, wie etwa bei der Lektüre der Lesefreunde.

Übrigens, ich werde diese Bücher natürlich nicht behalten, nur vorher lesen, bevor ich sie weiter verschenke.

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6 Kommentare bis “52 Bücher – Woche 27”

  1. Funkelfaden sagt:

    Die Gunnar Kunz Reihe fand ich sehr gut, insbesondere die Darstellung Berlins in der Weimarer Republik. Wenn ich jetzt an den Schauplätzen vorbeigehe, sehe ich alles mit ein wenig anderen Augen. Jeder stirbt für sich allein habe ich erst letzte Woche als Hörbuch gehört und auch die Hörversion ist wirklich empfehlenswert. Auch wenn die Geschichte doch eher deprimierend ist, bietet sie trotzdem einen interessanten und relativ unverfälschten Einblick in die damalige Gesellschaft.

    Liebe Grüße

    • Melanie sagt:

      Oh ja, Jeder stirbt für sich alleine ist sehr deprimierend, aber auch sehr eingänglich. Ich finde die Reihe von Gunnar Kunz wirklich wichtig, damit die damalige Zeit nicht vergessen wird. Leider habe ich bisher nur ein Buch von ihm gelesen, weiß aber, dass der Rest auch sehr wichtig ist.

  2. „Dunkle Tage“ habe ich auch gelesen und mir bereits die anderen Bücher von Kunz bestellt. Die Zeit der Weimarer Republik und auch der Erste Weltkrieg sind wichtig, um die Entwicklung zu verstehen.
    „Jeder stirbt für sich allein“ liegt auf meinem SuB ziemlich weit oben.
    Schon bedenklich, wie unterschiedlich das Thema in den Schulen behandelt wird. Von „Übersättigung“ bis „zu flüchtig durchgenommen“ ist ja alles dabei. Wie ich schon bei mir in den Kommentaren schrieb, haben wir alles bis zum 2. WK noch ziemlich gründlich durchgenommen, danach nur noch Filme und überhaupt alles recht oberflächlich. Dafür hatten wir die Steinzeit noch und nöcher. Ich bin geschichtlich sehr interessiert, aber die Steinzeit hat mich überhaupt gar nicht gefesselt. Da gibt es wesentlich wichtigere Epochen.

  3. Sabienes sagt:

    Das Buch von Fallada muss ich mir mal besorgen, ich lese diesen Autor sowieso sehr gerne.
    Rosenheim wurde nicht so zerbombt, weil in der fraglichen Nacht Nebel herrschte. Und so haben die ihren Bombenregen über Schechen niedergelassen (was ja schon damals nicht so der Verlust gewesen ist)
    Zumindest hat mir das mal eine Geschichtslehrerin so erzählt.

    Meine Kinder hatten ja noch eine Ur-Großoma, die den 1. Weltkrieg, die Zeit danach und dann den 2. WK erlebt hat. Und sie hatten Großeltern, die ihnen aus ihrer Kindheit während des Krieges erzählen konnten.
    Aber die nächste Generation wird keine Liveberichte mehr hören, sondern Zeug von BBC und N24, dass nach meiner Meinung nicht immer ganz korrekt ist. Vor allen Dingen schenkt man einer Pseudowissenschaftlichen Sendung mehr Glauben, als dem Opa, der für sein „Seemannsgarn“ bekannt ist.

    Aber vielleicht ist dies dann auch nicht mehr das Thema, weil sie (meine Enkel) andere Aufgaben haben werden.

    LG
    Sabienes

    • Melanie sagt:

      Ja, da geht glaube ich viel Wissen verloren. ich würde das Buch eh gerne tauschen, zwar ist es sehr sehr gut, doch auch zu bedrückend, als dass ich es nochmals lesen wollte

  4. Sabienes sagt:

    Ich könnte dir noch eine Ausgabe des Schneemanns von Jo Nesbo anbieten ;-)
    Aber nein, lass mal. Ich will das Buch lieber kaufen, so Klassiker machen sich immer gut im Regal ;-)

    LG

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