Angaben zum Lesealter

Anfänglich war es noch leicht. Erst drückt man den Kindern ein Bilderbuch in die Hand, dann steigert man sich über Erstleser zu einfachen Geschichten, bis man zu tollen und gut unterteilten Kinderbüchern kommt.

Doch alles ab 10 Jahre stellt mich langsam echt vor einem Rätsel. Meine Kids sind 11 und 13 und ich stelle immer mehr fest, dass meine Einschätzung mit der Realität nicht mehr viel gemeinsam hat.

So haben bereits 10-jährige alle Harry-Potter Bücher verschlungen, einschließlich des 7. Bandes, den ich erst für ältere eingeschätzt hätte. Gut mein 13 jähriger hat ihn nun auch gelesen, aber mit 9 oder 10 Jahren?

In der Realschule des Großen standen schon die Odysee in der 6. Klasse, die Nibelungen in der 7. Klasse, nun in der 8. Klasse Nathan der Weise, die Tribute von Panem und Faust auf dem Stundenplan. Gut, das kann ich so meist verstehen und hätte ich auch so eingeschätzt.

Die Tribute von Panem wurden hingegen schon in der 5. Klasse von einigen Kindern vorgestellt, genauso wie Eragon.

Ich geb ja ehrlich zu – Fantasy ist nicht so wirklich mein Genre, doch wenn ich höre, dass manche 13-jährige Klassenkameraden Thriller verschlingen, die ich auch lese, dann frage ich mich schon, ob das noch „Jugendgerecht“ ist oder besser gesagt – was ist jugendgerecht?

Als Mutter möchte man natürlich die Kinder schützen. Vor den Gefahren des täglichen Lebens. Auch vor deren Grausamkeiten. Doch gleichermaßen ist es auch falsch die Augen davor zu verschließen. Auch die der Kinder dürfen nicht verschlossen werden, sondern mann sollte es Altersgerecht dosieren.

Auch Sex-Szenen. Was ist in welchem Alter normal? Die 13jährigen entdecken nun mal ihren Körper und auch die erste Liebe. Gut bis zum äußersten kommt es in diesem Alter wohl hoffentlich noch nicht, doch wurden sie in der Schule doch auch schon umfassend aufgeklärt. Ab wann sollen sie so was lesen? Oder dürfen sie?

Ist es nicht besser auf das Kind und den Jugendlichen zu achten, woran er Interesse zeigt und was er/sie gerne liest – einfach weil Bücher uns neue Welten und Wissen eröffnen können? So lange sie aus eigenen Interesse lesen und nicht weil es gerade „in“ ist, ist doch alles gut, oder?

Oder nicht?

Ich bin hier echt überfragt und da ich die Bücher nicht unbedingt kenne, die meine Kinder bevorzugen, kann ich auch nur kaum mitreden. Sollte ich es? Muss ich es?

Wenn ich an meine Zeit in dem Alter zurück denke- mit 15 habe ich auch schon Doktor Schiwago verschlungen und hatte auch Zugriff auf die Angelique – Romane oder auf vom Winde verweht. Zwar habe ich mit 13 noch eher Karl May bevorzugt, doch auch die Zeit hat sich weiter entwickelt und es gibt heute viel mehr Bücher für das Alter als früher und ich versuche meinen Kindern möglichst noch altersgerechte Lektüre zu geben. Keine zu harten Thriller und keine zu sexlastigen Geschichten. Allerdings zeigt zumindest der ältere bereits ein deutliches Interesse an meinem Buchregal und steigt auch schon langsam in „Erwachsenen“-Literatur ein.

Ich lasse ihn – denn noch schlimmer wäre es, wenn ich ihm das Lesen verbieten würde. Ich sollte halt zu manchen Szenen oder in manchen Bereichen mit ihm drüber reden oder zumindest ihm die Möglichkeit mit jemanden verschaffen, der manches wieder relativieren kann und ins rechte Licht rückt. Denn nicht alles was in Büchern steht ist auch im realen Leben so.

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7 Kommentare bis “Angaben zum Lesealter”

  1. Tina sagt:

    Mir gings da so wie deinem Sohn – ich habe auch recht früh Papas Buchregal geplündert und bin da durchaus auch auf Bücher gestoßen die sicher nicht meinem Alter entsprachen :-) Er hat dann auch durchaus das eine oder andere (für ihn sicher peinliche) Gespräch mit mir gehabt und wie haben es beide unbeschadet überstanden*gg*
    Meine Jüngste und liest auch ganz gern Fantasy und wenn sie selber nichts mehr hat auch gerne mal meine Bücher. Sie hat mir mit der typischen überheblichen Lässigkeit einer 14jährigen erklärt, das sie sich ja nichts vorstellen muss, was sie sich nicht vorstellen will – deshalb liest sie zwar meine Bücher, macht aber einen großen Bogen um meine Filme.

  2. Julia sagt:

    Ich habe auch schon sehr früh alles gelesen, was mir in die Hände kam. Darunter auch viele Stephen King Bücher, die für mich als 12-13jährige ziemlich gruselig waren. Ich sehe das ein wenig wie Tines Tochter, die bildlichen Vorstellungen in einem Buch sind noch einmal ganz andere, als bei Filmen. Wenn man zu früh unpassende Filme sieht, hat das auf die Psyche eines Kindes häufig schwere Auswirkungen. Ich kenne einige, die bereits in frühester Jugend Horrorfilme geschaut haben und heute von großen Ängsten geplagt sind. Bei Büchern habe ich davon noch nie gehört.

  3. Iris sagt:

    Heutzutage muss man doch echt froh sein, wenn Kinder und Jugendliche überhaupt noch zum Buch greifen, denn das ist in vielen Familien absolut nicht üblich. Merke ich immer wieder in der Schule. Darum würde ich auch kaum etwas verbieten, vielleicht nur davor warnen, dass es vielleicht nicht gefallen könnte, weil das Thema noch zu schwer ist. Ich lasse ja öfter Buchvorstellungen machen und manchmal haut es mich schon um, was die 12-Jährigen anscheinend so lesen: Autobiographien von Politikern z.B. oder auch die von dir erwähnten Thriller (Fitzek etwa).

    Bei der Schullektüre deines Großen merke ich doch immer wieder den Unterschied Bayern/Berlin. Hier würde man Nathan NIEMALS in der 8. lesen und schon gar nicht in der Realschule (die es ja gar nicht mehr gibt bei uns). Das ist nächstes Jahr Abithema……

    • Mella sagt:

      Fitzek in dem Alter *schluck* okay….. Andererseits – die Kids kennen sich heute leider echt häufig in diesen Themen ganz gut aus.

      Nathan als Abi-Thema – und bei uns in der 8. Klasse? Okay dann stimmt wohl meine Einschätzung, dass das Niveau echt hoch ist.

  4. Iris sagt:

    Das mit dem hohen Niveau kannste laut sagen: Einmal für Realschule und dann grundsätzlich für euer Bundesland. Wenn wir zur Oberstufe hin mal Schüker aus Bayern bekommen, lachen die sich regelmäßig kaputt. Und ich rede da vom Gymnasium…..

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