Buch vs. Hörbuch

Es soll ja Menschen geben, die beides mögen. Hörbuch und Buch. Die auch beides können. Hören und Lesen.

Also ich muss sagen, dass ich nicht dazu gehöre. Auch mein Mann und meine Söhne nicht, obwohl Torben dies noch am Besten kann. Also beides. Hören und Lesen.

Jetzt fragen sich sicher einige – was meint die jetzt genau?

Nur beim Lesen nehme ich den Inhalt auf

So geht es mir. Beim Lesen kann ich auch richtig in ein Buch eintauchen. Die Welt drumherum verschwimmt, ich bin voll in der Geschichte. Beim Lesen nehme ich den Inhalt komplett auf und verstehe auch die leisen Töne.

Beim Lesen kann ich mir die Zusammenhänge vorstellen und versehe auch den logischen Aufbau z.B. beim Krimi. Lesen ist für mich nicht anstrengend sondern Entspannung pur.

Ganz im Gegensatz zum Hören.

Hier muss ich mich wahnsinnig konzentrieren, damit ich überhaupt ansatzweise die Handlung mitbekomme. Dabei möchten meine Hände immer etwas tun und mein Gehirn wird von den Außenreizen abgelenkt, so dass ich mir eine ruhige Tätigkeit (wie Bügeln bähhhh) suchen müsste. Dann immer konzentrieren. Und dann trotzdem nur die Hälfte davon mitbekommen. Feine Töne – gehen alle verloren, auch der Handlungsstrang fehlt bei mir. Und je nach Sprecher auch langweilig (auch wenn das Buch noch so spannend wäre). Ja, das bin ich, deswegen mag ich keine Hörbücher. Obwohl ich diese mal zum Joggen ausprobieren wollte. Aber dann eher als Ablenkung zum Joggen als zum Genuss.

Nur beim Hören macht ein Buch Spaß

Behaupten mein Mann und mein kleiner Sohn. Beide hassen das gedruckte Wort. Bei meinem Mann ging es sogar so weit, dass er mindestens 20 Jahre kein Buch gelesen hat. Gar nicht. Dann kam Harry Potter und er hat sich lieber das Hörbuch besorgt. Dann kam auch lange wieder nichts, bis ihm ein anderes Hörbuch in die Hände fiel. Ein Thriller und seit dem ist er genauso Buchbegeistert, wie ich, allerdings nur Hörbuch. Ganz ganz wichtig.

Mein Sohn ist so ähnlich. Warrior Cats, Bartimäus, etc – stundenlang. Ohne Pause. Sitzt ruhig daneben und spielt vielleicht noch Lego. Absolut ruhig, will nicht gestört werden.

Aber Buch? Nein Danke. Ein anderer Teil von Warrior Cats – nein. Ein weiterer Teil von Bartimäus als Buch – nein. Nur ja nicht.

Warum?

Beide empfinden Lesen als anstrengend. Sie müssen sich so stark auf das Lesen konzentrieren, dass die Handlung fehlt. – Kenne ich doch von irgendwoher? Ja, so geht es mir beim Hören.

So unterschiedlich sind wir Menschen

Ich bekomme beim Hören nichts mit und meine beiden Männer beim Lesen. Nur Torben kann beides, obwohl er auch lieber liest. Aber er liest ja auch gerne auf englisch, was ich jetzt auch nicht so mag.

Trotzdem – ich finde es gut, dass es mittlerweile vermehrt Angebote im Bereich Hörbuch gibt. Das ist große Klasse und hat so meinem Mann den Zugang zur Literatur ermöglicht, denn eines musste er mittlerweile auf jeden Fall zugeben: Ein Film kann ein Buch nicht ersetzen!

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7 Kommentare bis “Buch vs. Hörbuch”

  1. Lioman sagt:

    Na ich mache nie beides gleichzeitig, aber ich kann auch beides. Was beim Hören aber nicht geht ist andere Dinge die irgendwie mit Sprache zu tun haben nebenher zu machen – das kann das (mein) Hirn irgendwie nicht verarbeiten. Anders beim Lesen: Wenn ich ein spannendes Buch lese kann nebenher durchaus der Radiomoderator mal ins Mikro plärren.
    Ich glaube nicht, dass es ausschließliche Höhr-/Lesmenschen gibt. Es ist vielmehr eine Lern- und Übungssache. Oder schlicht Gewohnheit. Wenn man also möchte (oder muss) kann man sich das Zuhören antrainieren. Dazu muss man nur gute Hörgeschichten, Radiobeiträge oder ähnliches vermehrt verfolgen und der Rest kommt dann von ganz alleine. Die ersten werden etwas mühsam sein, aber je öfter man das macht, desto besser wird man. Das ging uns ja beim Lesen nicht anders…

    • Melanie sagt:

      hm, das mag sein, aber auch beim Lesen stört mich das Radio bzw. der Fernseher. Oder genauer gesagt, ich bekomme von den beiden halt nichts mit, weil ich im Buch versunken bin.

      Hörbuch ist mir momentan auch einfach zu anstrengend, als dass ich mich da durchbeissen wollte. Keine Ahnung, ob sich das antrainieren ließe….

  2. Iris sagt:

    Ich mag auch eher das Lesen als das reine Hören. Irgendwie hat das Hören für mich immer den Touch des Nebenbei und ich bin auch versucht, dann noch was dazu zu machen, weil Hören allein mich nicht auslastet, hab ich das Gefühl. Dieses Nebenbei ist es aber auch, was vielen jungen Leuten das Hörbuch angenehm macht und ihm damit meiner Meinung nach Unrecht tut, denn so verkommt es zum Begleitgedudel. Extremes Beispiel ist hier meine Tochter, sie schmeißt sich ein Hörbuch rein und lernt dabei fürs Abi. Gehts noch? Aber mal ehrlich: Ich höre noch meine Eltern sich über die bei den Hausaufgaben nebenbei laufende Musik beschweren. Da ist glaub ich schon mal ein Medium aus der Aufmerksamkeit in den Bereich der Hintergrundgeräusche verschwunden. Bücher sind mir dazu einfach zu schade. Andererseits finde ich es auch toll, dass Leute, denen das Papierbuch nichts bringt, auf diese Art wenigstens auch mit Literatur in Berührung kommen und sich sogar darauf konzentrieren können.

    Neulich bei Hugendubel habe ich mich übrigens mal ganz bewusst nach Hörbuchern umgeschaut umd war ehrlich gesagt enttäuscht, wie klein das Angebot war. Ist dieses Medium also doch nicht so populär, wie es mit immer vorkommt?

    • Melanie sagt:

      Hi Iris, es wird langsam aber sehr langsam populär und ich bin auch immer noch sehr enttäuscht, wie klein manches Angebot ist. Ich würde meinem Mann gerne mehr empfehlen, doch nicht immer gibt es ein Hörbuch dazu.
      Gut finde ich es auch, dass es manchen Menschen oder Typen den Zugang zu Büchern ermöglicht. Schlecht finde ich, dass es zum Hintergrundgedudel teilweise verkommt. Ich könnte das nicht und würde bei dem ständigen Geplapper, welches im Hintergrund läuft, schier ausrasten. Aber ich höre auch gerne anderen Menschen zu, wenn sie was zu sagen haben. Wobei mir aber die Interaktion im Gespräch lieber ist.

  3. Kastanie sagt:

    Ich höre Hörbücher nur beim Auto fahren. Ich arbeite im Außendienst und bin daher eben öfter mal längere Strecken unterwegs. Zuhause hätte ich auch keine Ruhe, bzw. würde nebenher irgendwas gleichzeitig machen und die Hälfte verpassen (oder dabei einschlafen).

    Von daher gehöre ich zu der „Ich mag Beides“-Fraktion ;)

    • Mella sagt:

      Im Auto, vor allem beim Aussendienst, kann ich mir es ggfs auch vorstellen, obwohl ich da lieber Musik mag. Mein Mann hört auch nur im Auto.

  4. Peggy Illner sagt:

    Ich höre ja nun seit kurzen auch, wenn ich mich aber entscheiden müßte, würde ich mich immer für das gedruckte Buch entscheiden. Hörbücher sind für mich „Notlösungen“, wenn ich keine Hand frei habe für ein Buch wie zb beim Autofahren oder beim häkeln. Warum ich lieber selber lese, ist einfach erklärt. Ich denke das meine Phantasie beim selber Lesen sich viel mehr entfalten kann, als beim Hören. Beim Hören betont der Sprecher die Sätze und gibt die Stimmung damit vor. Ich möchte aber am liebsten selber entscheiden, wie ich die Geschichte empfinde und aufnehme und das funktioniert bei mir mit Hören nicht so gut. Ein zweiter Punkt ist, dass ich nur Bücher hören kann, die nicht sooo kompliziert sind. Lustige Geschichten sind da bevorzugt. Fantasy als Hörbuch habe ich noch nicht ausprobiert, stelle es mir aber schwer vor. Durch die vielen unbekannten Dinge, wäre man zu abgelenkt oder würde nicht alles mitbekommen. Aber so hat jeder seine Vorlieben und ich denke das ist auch gut so. :-)

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