Die Hure und der Meisterdieb von Bettina Szrama

Fakten zum Buch:

Autor: Bettina Szrama 

Erschienen: 2011

Verlag: Gmeiner Original

ISBN: 978-3-8392-1214-1

Seiten: 371

Inhalt des Buches:

Es handelt sich hierbei um einen Historischen Roman, der auf Fakten beruht. Im Jahr 1695 wird aus dem Wirt und ehemaligen Soldaten der Räuber Nickel List, weil er von seinem Weib betrogen wurde und seine Wirtschaft aufgrund falscher Freunde zugrunde gerichtet wurde. Nachdem er sie angesteckt hatte, war sein eigentliches Ziel woanders neu zu beginnen, doch leider kamen auch hier wieder „falsche“ Freunde ins Spiel und er wurde zum Räuber.

Auf seinem Weg trifft er die lebenslustige Anna, deren Geliebter ihren Mann umbrachte  und die jetzt mit der Geldkassette des Geliebten nun auf der Flucht ist.

Die Geschichte beschreibt den Werdegang dieser beiden Hauptfiguren, die später als der bekannte Herr von der Mosel und der schönen Anna von Sien als Räuberpaar Geschichte schreiben und sogar bedeutende Kirchenschätze rauben.

Mein Eindruck des Buches

Dieser Roman beruht auf Tatsachen und die Autorin versucht den Stil der Zeit auch mit der Sprache zu erfassen. Diese erscheint im Vergleich zu unserer heutigen Ausdrucksweise vergleichsweise schwülstig. Doch zu jener Zeit war sie wohl wirklich angemessen.

Zudem war es in dieser Gruppe wirklich wohl so, dass Jeder Jeden betrogen und belogen hat. Niemand war wirklich treu und zu viel Vertrauen konnte tödlich sein.  Die Charaktere verhalten sich entsprechend. Und genau darin lag mein Problem mit dem Buch. Ich brauche hier immer eine Persönlichkeit, die mir irgendwie sympatisch ist, oder die ich respektieren kann. Doch diese fehlt in diesem Roman komplett. Der Räuber Nickel List ist ein herzensguter, naiver Mann, der sich viel zu oft betrügen lässt und dies oft genug noch nicht mal bemerkt. Genauso wie die Hure Anna, die oberflächlich und gierig ist und am liebsten von mehreren Männern gleichzeitig umgeben ist. Dies sind leider alles Charakterzüge, die mir völlig fremd sind und die ich größtenteils auch verachte.

Auch Nebenfiguren sind meist nicht sympatisch, bis auf Andreas, der später in die Geschichte kommt, doch dieser spielt auch nur eine Nebenrolle.

Desweiteren hatte ich ein kleines Problem mit den Fachausdrücken. Alle, die gerne historische Romane lesen, lachen jetzt wahrscheinlich, doch ich kenne die Begriffe und Eigenschaften von Amtmännern, Jägern, Edelherren, Kalesche etc. Hier hätte ich mich über ein Fachwortregister gefreut.

Aussehen und Cover des Buches

Das Cover ist sehr hübsch und ansprechend gestaltet und passt hervorragend zum Inhalt. Auch der Titel ist klug gewählt. Es fällt optisch auf und bereitet perfekt auf den Inhalt vor.

Fazit

Irgendwie bin ich mit der Geschichte nicht wirklich warm geworden und habe leider auch keinen Zugang zu den Hauptfiguren bekommen. Denn leider konnte ich nirgends auch nur sympathische Seiten entdecken.  Obwohl beim Nickel List gute Ansätze da waren. Anscheinend war er recht tierlieb. Wenn dies ein wenig herausgearbeitet worden wäre und seine Sauferei ein wenig weniger gewesen wäre – ja, dann hätte es bei mir schon wieder anders ausgesehen. Aber vielleicht waren auch die historischen Fakten nicht anders und ich tue hier der Autorin unrecht, denn das ist ja das besondere an diesem Buch – es beruht auf wahre Tatsachen.

Vielleicht muss man bei dieser Autorin auch besser darauf achten, in welcher Zeit das Buch handelt, denn sie kann sich hier sehr gut anpassen. Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Autoren. Und wenn man dann damit nicht zurecht kommt, dann ist die Meinung rein subjektiv.

Das andere Buch, der Henker von Lemgo, welches ich von der Autorin gelesen habe, gefiel mir um einiges besser.

Für die Hure und den Meisterdieb kann ich leider deshalb nur3 B`s vergeben.

3 B`s

 

 

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Ein Kommentar bis “Die Hure und der Meisterdieb von Bettina Szrama”

  1. […] Buch hatte ich ja schon rezensiert und es hat genau wegen diesen Charakteren bei mir so schlecht abgeschnitten. Sie ist einfach nur […]

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