Dunkle Tage von Gunnar Kunz

Fakten zum Buch

Autor: Gunnar Kunz 

Ausgabe von: 2006

Verlag: Sutton Verlag

ISBN: 978-3-86680-072-4

Seiten: 191

Inhalt

Berlin zu Zeiten der Weimarer Republik, also in den 20er Jahren. Ein Industrieller wird ermordet und der ermittelnde Kommissar Gregor Lillienthal bittet seinen Bruder Hendrik um Hilfe. Um die komischen Briefe mit den obskuren Zitaten richtig zuzuordnen, die am Tatort gefunden wurden.

Die Briefe weisen auf einen politischen Hintergrund, oder hat der Mord etwas mit dem Verhalten des Toten gegenüber seinen Arbeitern zu tun, oder liegt das Motiv in der Familie. Doch diese mauert und nur die Nichte Diana Escher, die auch im Haushalt lebt ist ansatzweise bereit zu helfen.

Hendrik hat Blut geleckt und ermittelt nun auf eigene Faust und gerät dabei immer tiefer in den politschen Strudel zu jener Zeit.

Mein Eindruck

Die Weimarer Republik. Okay, schon mal gehört, doch ab dem ersten Weltkrieg wurde das Thema bei uns im Geschichtsunterricht nur noch im absoluten Schnelldurchlauf abgeschlossen und endete mit dem Besuch des KZ in Dachau, und dass alles so schlimm war. Wie es eigentlich zu diesem Krieg kam – wurde dezent ausgeklammert. Dafür wusste ich genau, warum es einen ersten Weltkrieg kam.

Unter diesem historischen Hintergrund, mein mangelndes Wissen hierzu und alles verpackt zu einem spannenden Kriminalroman, der auch die politische und wirtschaftliche Situation erklärt und sogar als mögliches Tatmotiv hat …. war schon sehr spannend für mich.

Meine Erkenntnisse daraus: Ich habe eindeutige Wissenslücken, anscheinend kam Hitler relativ leicht an die Macht, denn die Verhältnisse entsprachen „a gmahte Wiesn“ wie der Bayer sagt und er musste nur noch die politischen Strömungen bündeln und bessere Zeiten versprechen.

Zudem wurde mir dezent klar gemacht, dass in jener Zeit auch normale Leute lebten. Die Liebe, Angst, Hass und Freude empfinden. Leute, die hungern musten, genauso wie Leuten, denen es im Vergleich dazu sehr sehr gut ging.

Im Buch gibt es einige sehr sympatische Darsteller und es wird nicht alles schwarz und weiß gezeichnet und genau das macht das Buch auch aus. Die Zeit, in der es spielt und die Probleme der Menschen in dem Buch.

Aber es ist nicht einfach zu lesen. Erst dachte ich okay, nur 190 Seiten – die sind schnell weg. Doch Gunnar Kunz wählt teilweise eine sehr schwierige Sprache und man muss genau aufpassen was geschrieben steht. Nicht, dass es langweilig oder zu philosophisch ist, auch wenn dies darin vorkommt. Nein, einfach die Wortwahl hat mich oft an die Grenzen meines Sprachschatzes gebracht und viele Ausdrücke und geschichtliche Zusammenhänge blieben mir verwehrt. Daher hätte ich mir zum Schluss ein Glossar gewünscht. Denn ehrlich kann ich mit Bolschewiken, Demagogen etc, kann ich wenig anfangen. Zudem spielt der Mord an Luxemburg  und Liebknecht eine Rolle. Neben der Möglichkeit der weiterführenden Literatur hätte ich lieber einen kleinen geschichtlichen Abriss der Zeit gewünscht, so dass ich mich hier besser zurecht gefunden habe.

Cover und Optik

Das schwarze Buch zeigt vorne ein altes Bild in Rottönen, auf denen die Menschen anscheinend fliehen. Das Cover ist sehr gut gewählt und passt zum Buch. Das Schriftbild hingegen ist sehr sehr klein. Und durch die etwas komplizierte Schreibweise und zusätzlich durch die kleine Schrift -lässt sich das Buch schwer lesen. Es ist ein Taschenbuch, welches man gut ein einer Tasche transportieren kann. Doch nachdem der Inhalt eh nicht zum schnellen weglesen oder zum Wartezimmer taugt, wäre mir hier ein größeres Schriftbild und noch ein paar Seiten mehr mit Infos lieber gewesen. Auch wenn dann das Buch dicker wird.

Fazit

Ein sehr gelungener Krimi, der einen die Zeit in der er spielt sehr gut näher bringt. Er ist intelligent und logisch aufgebaut mit sympatischen Darstellern und zeichnet ein wohl sehr reales Bild der 20 er Jahre in Deutschland.  Mir hat der Krimi sehr viel Spaß gemacht, auch wenn die Schreibweise nicht immer ganz einfach ist. Dies ist auch das einzige Manko was mir aufgefallen ist und daher kann ich nur 4 B´s geben, auch wenn ich nun mehr Bücher dieses Autors lesen möchte. Aber durch das fehlende Glossar und durch einen fehlenden kleinen Abriss der Geschichte der Zeit muss ich einen ganzen Punkt abziehen.

Habe ich übrigens auch hier erwähnt – Thema Nationalsozialismus bei 52 Bücher

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Ein Kommentar bis “Dunkle Tage von Gunnar Kunz”

  1. […] Buch habe ich erst am Samstag beendet, Rezension hier. Dieser Krimi spielt in der Weimarer Republik und hat mit dem zukünftigen Krieg eigentlich nichts […]

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