Ein altes Stück – neu interpretiert

Gestern waren wir im Theater. Im Schülertheater um genau zu sein. Obwohl die Qualität mit dem Ausdruck Schultheater überhaupt nichts mehr zu tun hat. Denn die Qualität dort ist wirklich spitze.

Gegeben wurde das Stück „Der Brandner Kaspar“, besser gesagt eine neue Interpretation, da das Originalstück wohl zu teuer für eine normale Schule ist.

Der Brandner Kaspar

Nun, wer kennt das bekannte Stück noch nicht? Oh, doch so viele. Nun, die Geschichte ist kurz erzählt:

Der Brandner, Kaspar ein älterer Herr, soll vom Boandlkramer (Beinkrämer, also der Tod) geholt werden. Dieser steht schon vor der Türe. Doch der Brandner Kaspar überredet den Tod mit ihm einen zu Trinken. Dann spielen sie Karten um das Leben des Brandners. Gewinnt der Tod, kommt er sofort mit – gewinnt der Brandner Kaspar, darf er noch in paar Jahre auf der Erde bleiben.

Ein Spiel mit Betrug und Lug um das Leben beginnt

Das ist nun grob die ursprüngliche Geschichte. Bully Herbig hat ja einen Film daraus gemacht, in dem der Boandlkramer die Lust am Leben gewinnt. Doch der Ursprung geht auf diese paar Sätze zurück

Neuinterpretation

Auch bei der gestrigen Schulaufführung kam natürlich der Boandlkramer zum Kaspar. Denn der ist versehentlich nicht tot, sondern hat nur einen Streifschuß aus einem Gewehr aufgefangen, wo ihn doch eigentlich die Kugel richtig treffen hätte sollen. Wäre da nicht der vermaledeite Hundsdreck gewesen, in den der Boandlkramer gestiegen ist, als er die Kugel gelenkt hat.

Tja, nun ist der Brandner noch nicht tot und der Boandlkramer soll ihn überreden doch „freiwillig zu sterben“ Eine echt lustige und geniale Szene beginnt, wie die beiden Schauspieler verhandeln, saufen und karteln. Wobei ich sagen muss, dass diese beiden Schüler wirklich genial spielen. Als Regisseur würde ich beide sofort engagieren, vor allem der Boandlkramer war soooo genial gespielt!

Aber wie es eben kommt, der Brandner bleibt auf der Erde. Damit dies nicht auffällt, klaut der Boandlkramer die himmlische Akte.

Doch der Brandner hat bei dieser Neuinterpretation keine Freude am Leben. die Leute vergessen ihn und übersehen ihn. Und als er sich in einen Gewehrschuss wirft um ein junges Mädchen zu retten,  kann ihm die Kugel nichts anhaben und das Mädchen stirbt trotzdem…..

Doch diese wurde im Himmel noch gar nicht erwartet….. Und dort ist die Aufregung groß, was sie nun mit dieser Seele machen sollen. Die Engel, Petrus streiten und suchen eine Lösung – der Boandlkramer muss nun den Kaspar doch überreden zu kommen…..

Meine Meinung

Wir haben soooo viel gelacht. Es war eine echt gelungene Interpretation. Aber wirklich sehr sehr viel Text. Wir haben in der Realschule aber auch eine echt tolle Theatergruppe. Etwa 130 Schüler machen dort mit. Von der 5. Klasse bis zur 10. Klasse – wild gemischt.

Die Stücke werden immer von einem Theater-Regisseur extra für die Kinder geschrieben und dann zusammen mit einem Lehrer einstudiert. In der Endphase kommt dann jener Regisseur dazu und verpasst noch den Feinschliff. Und dann kommt wirklich ganz großes Theater dabei raus.

Ich meine dass nun ernst. Okay, bei uns wird der Pfarrer von einem Mädchen gespielt – weil zu wenig Jungs dabei sind. Doch die Mimik, das Benehmen, die Bewegungen – die lassen solche Umstände sehr sehr schnell vergessen. Vor allem der Boandlkramer – was der für eine Körpersprache drauf hatte…..

Da dieses Stück recht schwierig ausgefallen ist, war der Regisseur sogar versucht, es bei sich im Theater nochmals aufzuführen mit erwachsenen Schauspielern – doch diese Schüler zu toppen – das wird echt schwer!

Und die Neuinterpretation des alten Stückes war echt gelungen, denn was passiert, wenn jemand den Tod überlistet und länger lebt ….

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Ein Kommentar bis “Ein altes Stück – neu interpretiert”

  1. Iris sagt:

    Ich liebe auch Schüleraufführungen. Bei uns in der Oberstufe gibt es ja das Fach DS (darstellendes Spiel). Pro Jahre kommen da aus den verschiedenen Jahrgängen und Gruppen bis zu 4 Stücke zusammen. Und es ist immer besonders interessant zusehen, wie Schüler, die man ganz anders kennt, auf der Bühne wirken und ganz neue Qualitäten zeigen.

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