Himmel, Erde, Schnee von Ira Ebner

Fakten zum Buch

Autor: Ira Ebner 

Ausgabe von: 2012

Verlag: AAVAA

ISBN: 978-3-8459-0064-3

Seiten: 230

Inhalt

70er Jahre des letzten Jahrhunderts in Estland. Ein Land, von der Sowjetunion besetzt und unter deren Verwaltung. Reich an Ölschiefer, der abgebaut wird. In dieser Zeit lebt Lagle in dem beschaulichen Dorf Laanejärv. Ihr Vater ist Ortsvorsteher, so dass es der Familie recht gut geht. Lagle heiratet den älteren Arvo, der ihretwegen ihre Cousine sitzen lässt. Sie geht mit ihm nach Kirgisistan und in der Ehe treten die ersten Schwierigkeiten auf. Sie muss sich mit den Russen auseinandersetzen und mit ihnen zusammenarbeiten, auch wenn sie sich als Estin fühlt. Also sie nach 3 Jahren wieder zurückkehren hat sich vieles verändert und das Estland, welches sie kennt gibt es nicht mehr und ihre Ehe ist vor dem Ende.

Mein Eindruck

Das Buch beschreibt das Leben einer jungen Frau in Estland. Ihre Träume, die teilweise wahr werden, aber auch ihre Beschränkungen. Es vermittelt einen sehr guten Einblick in ein Land und in eine Zeit, die mir vollkommen fremd ist. Auch wird die Propaganda und die Verklärung gut beschrieben, während wir uns im Westen doch oft gefragt haben, warum die Leute nichts gesagt haben.

Da ihr Mann Offizier ist und sie die Tochter eines Dorfvorstehers, geht es der Familie noch relativ gut, obwohl sie Esten sind, in einem von Russen beherrschten Land. Während Lagla versucht aus der Situation das Beste zu machen und sich teilweise nach außen hin eingliedert, zerbricht ihr Mann immer mehr an der nach außen hin getragenen Eingliederung.  Dies tut ihrer Ehe alles andere als Gut. Doch bevor sie die Scheidung einreichen kann, passiert immer etwas, was Lagle veranlasst den Plan aufzugeben.

Ich finde die Personen gut beschrieben und das Leben wohl realistisch so gezeichnet. Was meiner widerspenstigen Seele absolut zuwider läuft. Ich glaube ich wäre eine Revolutionärin in jener Zeit gewesen. Wenn ich feige wäre, dann so vielleicht wie Lagles Mutter, oder wenn ich mutig wäre, wäre ich wohl geflüchtet. Also ein Roman, der mich zu einem Thema führt, von dem ich mich normalerweise fern halte. Zudem mag ich zwar sehr gerne Biografien, aber nur selten Familiensagas.

Cover und Optik

Auf dem Cover sieht man den Rücken einer Frau, die in die Ferne blickt. Ein sehr schön gestaltetes Cover und passendes Bild dazu. Leider ist der Buchumschlag von keiner guten Qualität, denn obwohl ich das Buch vorsichtig gelesen habe und es auch nicht besonders dick ist, dreht es den Umschlag vorne auf, so dass er immer absteht. Das Papier selbst ist gut und die Schrift gut lesbar. Hinten finden sich ein paar auserwählte Begriffe, die genutzt werden. ( leider nicht alle)

Fazit

Es handelt sich auch um den ersten Teil, der zwar nach einem Lebensabschnitt von Lagle endet, aber das Buch unrund macht, denn sie erzählt die Geschichte einem Freund. Auch ist die Sprache eher die eines Beobachters und nicht aus Sicht von Lagle geschrieben. Was mich ja eigentlich nicht stören würde. Desweiteren nutzt die Autorin gerne estnische/russische Ausdrücke und auch die dort gebräuchlichen Namen. Da ich mich damit eh schwer tue, haben mir die exotischen Worte das Lesen nicht gerade erleichtert. Dies alles zusammen bedeutet schon einen Punkt Abzug, weil es eben einen unrunden Eindruck hinterlässt.

Irgendwie möchte ich nun aber wissen, wie es weiter geht und wie die Geschichte wieder bei dem Freund im Wald landet, bei dem sie gestartet ist. Aber andererseits hat sie mich jetzt nicht so gefesselt, dass ich unbedingt weiter lesen würde. Wäre das Buch dicker und der zweite Teil gleich dabei – würde ich weiterlesen. Muss ich ein weiteres Buch kaufen – verzichte ich wohl.

Trotzdem ist es ein fesselndes Buch über das Leben einer jungen Frau in Estland – nur halt auch nicht ganz mein Genre. Ich gebe daher 3 B`s und reiche das Buch mal weiter, an diejenigen, die Familiensagas mögen und auch mit dem Norden etwas anfangen können (ich stelle immer mehr fest, dass es mich auch lesetechnisch immer mehr Richtung Süden zieht). Also eine rein Subjektive Bewertung!

3 B`s

Vielen Dank an die Autorin, die mir das Buch zur Verfügung gestellt hat. Hier gibt es weitere Meinungen dazu:

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3 Kommentare bis “Himmel, Erde, Schnee von Ira Ebner”

  1. […] Zeit bekam ich Kontakt und ein Buch von Ira Ebner. Das Buch von Ihr Himmel, Erde Schnee (siehe auch Rezension) handelt in den 70er Jahren in Estland und ist genau genommen ein Historischer Roman. Alleine schon […]

  2. […] zu versäumen. Merke -Katzen hören gerne bei einer Lesung zu. Merke 2 – unser Kater mag politische, historische Bücher, die in Estland spielen. Merke 3 Test- mag er Hörbücher […]

  3. […] Hier ein paar Impressionen und Eindrücke aus dem Buch Himmel, Erde, Schnee von Ira Ebner […]

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