Jeder stirbt für sich allein von Hans Fallada

Fakten zum Buch

Autor: Hans Fallada Jeder stirbt für sich allein: Roman

Ausgabe von: 11. Auflage von 2011

Verlag: aufbau Verlag

ISBN:978-3-351-03349-1

Seiten: 703

Inhalt

Dieses Buch berichtet von einem Berliner Ehepaar, welches einen aussichtlosen Widerstand gegen das Hitler-Regime geführt hat, um am Ende zu sterben. Dieses Schicksal und das Schicksal aller, die damit zusammenhängen wurden 1947 von Hans Fallada in einen packenden und fesselnden Roman verpackt. Diese Geschichte ruht auf einer wahren Begebenheit und 2011 wurde der Roman nach 60 Jahren ungekürzt wieder aufgelegt.

Neben dem Roman findet sich noch ein Glossar, der Lebenslauf von Hans Fallada, Beweise zu der Geschichte und noch ein Hinweis vom Verlag, wie es zu dieser Neuauflage kam.

Mein Eindruck

Es ist ein absolut tolles und klasse geschriebenes Buch. Dennoch ist es auch sehr sehr frustrierend zu sehen, in welchem Umfang, mit welcher Gefahr die Eheleute gekämpft haben – um doch so wenig zu erreichen. Doch zumindest haben sie gekämpft – ganz im Gegensatz zu vielen Anderen.

Auch ist dieses Buch ein schrecklicher Zeitzeuge, wie damals der Umgang der Menschen untereinander war. Da es ja bereits in 1946 entstanden ist, glaube ich dass hier der Blick zurück noch nicht verklärt war und ich fand es gleichermaßen faszinieren, wie erschreckend, wie dort der Umgangston herrschte.

Neben dem Krieg ist auch das menschliche und das von Angst zerfurchte Leben zu der Zeit, welches mir klar gemacht hat, in welch schöner und glücklicher Zeit wir nun Leben.

Das Buch ist absolut empfehlenswert und es sollte von möglichst vielen Leuten gelesen werden, denn es zeigt einen Blick hinter die Kulissen des Lebens der kleinen Leute während des Krieges. Dort war nicht die Angst vor der nächsten Bombe am schlimmsten. Oder die Schrecken des Krieges. Es war eine andere Angst. Viel schrecklicher und mit viel mehr Misstrauen.

Cover und Optik

Das Bild auf dem Einband zeigt einen einsamen Mann neben einem Gebäude. Als Nichtberliner kann ich nicht beurteilen, ob es sich um ein Gebäude in Berlin handelt. Deshalb finde ich es zwar passend zum Buch, trotzdem nicht ganz glücklich gewählt. Der Stempel und das leicht angedeutete Berliner Wahrzeichen ist jedoch gut gelungen. Im Buch, direkt auf den ersten Seiten findet sich ein Stadtplan von Berlin mit allen wichtigen im Buch vorkommenden Orten. Dieser ist ein wenig altmodisch aufgemacht, was hervorragend passt. Das Papier ist relativ dick, so dass das Buch erheblich dicker erscheint.

Fazit

Dies ist eines der wenigen Bücher, welches mich richtig berührt hat. Das Thema beschäftigt mich sehr und ich habe mir viele Gedanken zu dem Buch gemacht. Über die Leute, die darin vorkommen und wie sie gelebt haben.  Es war teilweise erschreckend zu sehen, wie der Umgang miteinander war und wie menschenverachtend das Nazi-Regime gehandelt hat. Dies ist mir erst bei diesem Buch so richtig bewusst geworden, obwohl ich bereits mehrere Bücher aus dieser Zeit gelesen habe.

Ich bin normalerweise eine Leserin, die komplett in ein Buch eintauchen kann, sofern es einigermaßen gut geschrieben ist.  Hier habe ich mich vehement geweigert, obwohl es so leicht gefallen wäre hier einzutauchen. Doch in so eine düstere Zeit wollte ich nicht eindringen. Sonst hätte mich das Buch sicher noch mehr mitgenommen als ohnehin schon und ich bin normalerweise ziemlich hart im Nehmen.

Ich gebe daher 5+ B`s, was bedeutet, dass 5 B`s nicht mehr ausreichen, da das Buch zu außergewöhnlich ist.

Bewertung 5 B`s ++

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4 Kommentare bis “Jeder stirbt für sich allein von Hans Fallada”

  1. Iris sagt:

    Hallo Mella,

    in einem Punkt kann ich dir vielleicht helfen: Das Gebäude im Hintergrund ist höchstwahrscheinlich das Brandenburger Tor (zu erkennen an der Quadriga und dem Seitengebäude), auch wenn durch die schräge Sicht und verwaschene Darstellungsweise die Säulen nicht richtig sichtbar sind.

    Ich persönlich kenne das Buch nicht, habe aber durch meine Familie einen engen Bezug zur Zeit des Dritten Reiches in Berlin. Interessanterweise haben meine Familien mütterlicher- und väterlicherseits den Krieg in Berlin völlig unterschiedlich erlebt. Gemeinsam ist ihnen jedoch einerseits der hohe Respekt vor Leuten, die versucht haben etwas zu bewegen, andererseits das tiefe Verständnis für die Masse der Leute, die wie sie selbst“nur“ versucht haben zu überleben ohne sich zu wehren. Ich finde es wichtig, dass man mit echten Zeitzeugen spricht, bevor sie wegsterben. Darum ist ein Buch wie das von Fallada so wichtig.

    Man darf sich aber auch nicht wundern, wenn bei den Zeitzeugengesprächen Dinge erzählt werden, die in keiner Weise mit Widerstand zu tun haben. Das war die Normalität. Oft wird heute kritisiert, dass zu wenig von der Bevölkerung unternommen wurde. Das finde ich total anmaßend. Vom Sofa weg ist es leicht, Leute zu kritisieren. Bücher wie das hier zeigen zum Glück, wie schwierig das alles war. Trotzdem werden diese vergleichsweise wenigen aktiven Zeitzeugen immer wieder angeführt, um den passiven anderen Vorwürfe zu machen. Ich finde es gut, dass du dich nicht dazu verleiten lässt, sondern ganz richtig schreibst, dass wir in extrem rosigen Zeiten leben verglichen mit damals, in denen Kritik einfacher ist. Das sollte man nie vergessen, wenn man leichtfertig sagt, die Menschen damals haben zu viel zugelassen.

    • Mella sagt:

      Okay, das sehen wohl echt nur die Berliner selbst.
      Meine Eltern haben den Krieg auch sehr unterschiedlich erlebt und gerade hier in Bayern hat man glaube ich den Krieg nochmals ganz anders gesehen. Schrecklich fand ich vor allem den Umgamgston, das zwischenmenschliche Miteinander, was in diesem Buch als normal beschrieben wird. Da es auch in jener Zeit eben entstanden ist, glaube ich wurde hier wenig entschärft oder zugedichtet und wenn man wirklich mit so einem Miteinander lebt – dann ist Widerstand nochmals ein ganz anderes Thema. Denn wenn ich heute meine Klappe nicht halten kann, dann hat es ganz ganz andere Konsequenzen als damals.
      Ja, das Buch sollte unbedingt von möglichst vielen gelesen werden, auch wenn ich es nicht ein weiteres mal lesen werde. Zu verstörrend ist es für mich.
      Es steht übrigens zum Tausch bereit….

  2. […] Also nicht nur den Krieg, sondern auch das Menschliche – Lest ihn. Er ist wirklich gut. Hier geht es zu meiner Rezension. Ich leihe oder tausche das Buch auch […]

  3. […] nachgedacht habe und somit nicht schlafen konnte. Spontan fällt mir da Hans Fallada mit “Jeder stirbt für sich allein” ein. Es war nicht so sehr die Schrecken des Krieges, die ich da so schlimm fand, sondern der […]

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