Bewertungen und Rezensionen

Zur Zeit kocht dieses Thema ja in verschiedenen Blogs und in Facebook recht hoch. Nein, ich will mich jetzt nicht wirklich an der Diskussion beteiligen, sondern einfach mal meine Meinung dazu zusammenfassen, auch was es diesen Blog betrifft.

1. Ich bin Bloggerin und Autorin.

seit ich das bin, sehe ich verstärkt die Notwendigkeit und den Nutzen die Rezension auf verschiedenen Plattformen zu Posten. Ein Blog selbst ist glaubwürdiger, aber die Rezension in Amazon z.B. bewirkt mehr. Auch Rezensionen in LovelyBooks und Co sollen sehr viel bewirken, wie mir von einer anderen Autorin bestätigt wurde.

Daher poste ich in Zukunft nicht mehr nur im Blog, sondern auch ausgewählte Rezensionen in Amazon und ggfs. auch in LovelyBooks, (sofern ich es nicht vergesse). Zu den ausgewählten Rezensionen gehören bei mir folgende Kriterien – es ist ein Rezensionsexemplar, das ich vom Verlag oder Autor erhalten habe, oder ich kenne den Autor und/oder es ist kein Bestseller. Auch werde ich meine „Verrisse“ nicht weiter verteilen. Denn wenn mich ein Buch nicht überzeugen konnte, dann ist es meine persönliche Meinung und liegt mit Sicherheit auch in bestimmten Bereichen an mir.

2. Ich bin ehrlich und fair

Wenn mich ein Buch nicht überzeugt und ich es vielleicht sogar abbreche. Dann überlege ich mir genau, wie und ob ich es rezensiere. Wenn es ein Fehlgriff war, der auf meinem Mist gewachsen ist, also den ich falsch gekauft habe oder geschenkt bekommen habe, oder sonst wie als Nicht-Rezensionsexemplar bei mir eingezogen ist, dann verzichte ich oft auf eine Rezension. Mein Mann lacht sich dabei schlapp und meint nur, ich könne nicht nur gute Bücher rezensieren, sondern sollte auch mal schlechte Bücher bewerten. Doch ich sehe diesen Blog nicht nur als Auflistung, was ich so alles lese, sondern auch als eine Plattform, in der ich Bücher empfehle. Manche Bücher kann ich einfach nicht empfehlen, weil sie mir eben nicht gefallen haben.

Wenn ich sie hier doch rezensiere, dann hat das mehrere Gründe. Entweder Rezensionsexemplar, oder weil es nicht nur an mir liegt. Gerade letzteres muss ich wohl erklären. Mir ist aufgefallen, dass ich manche Bücher nicht mag, weil ich entweder die Protagonisten nicht ausstehen kann. Oder mir der Schreibstil nicht gefällt. Das ist ja wohl auch etwas, was an mir liegt. Über Geschmack und Sympathien kann man streiten. Wenn es jedoch Logik-Fehler ohne Ende gibt und vielleicht noch Unwahrheiten verbreitet werden, dann schreibe ich schon etwas dazu. Dann liegt es ja nicht an mir, sondern am Autor.

Ich schreibe übrigens immer genau hin, woran es meiner Meinung nach lag, warum mich das Buch nicht überzeugen konnte, ohne dabei persönlich zu werden!

3. Serien und alte Bücher

Serien sind übrigens auch ein Fall, bei dem ich die nachfolgenden Bände nur sehr ungern rezensiere. Ich bin dann immer unsicher. Meist kenne ich ja die Vorgänger und finde den späteren Teil wohl auch deshalb so toll, weil es ein „Wiedersehen mit alten Bekannten“ ist. Aber was ist, wenn man als Leser erst diesen Band zum ersten mal in die Hände bekommt? Kann ich das ehrlich beantworten? Nein, sicher nicht. Kann ich dann das Buch empfehlen? An die, die die Serie mögen, sicher. Aber die kaufen sich das Buch eh. An die, die die Serie nicht kennen? Wohl eher nicht, da sollte ich den ersten Teil empfehlen und auf die Nachfolgebände hinweisen.

Wie gesagt, ich sehe diesen Blog als meine Buchempfehlung. Das was ich guten Freunden auch über die Bücher erzählen würde, und was ich ihnen empfehlen würde. Das bedeutet ich gebe ihnen immer den ersten Band.

Auch empfehle ich nur Bücher, die sie sich auch besorgen können. Daher rezensiere ich ältere Bücher nicht, da sie meist nicht mehr auf dem Markt zu finden sind.

4. Cover, Lektorat, Klappentext und Titel beeinflussen mich schon, bewerte ich aber nicht

Ich weiß aus Gesprächen mit Autoren, dass viele von ihnen keinen Einfluss auf den Titel, das Cover oder den Klappentext haben. Selbstveröffentlichungen schon, aber da wird oft am falschen Ende gespart, nämlich am Lektorat. Oft wimmelt es nur vor Rechtschreibfehlern.

Ich weiß aber auch, dass ein Lektorat Geld kostet und wenn man ein Buch geschrieben hat und es ohne Erwartungen veröffentlicht, dass man nicht unbedingt bereit ist eine 3 bis 4 stellige Summe vorab zu investieren. Denn das Geld müsste ja wieder verdient werden.

Doch ein Buch besteht nicht nur aus dem Inhalt alleine

Daher erwähne ich es immer, denn diese Punkte fließen alle in das Lesevergnügen mit hinein. Dennoch bewerte ich sie nicht, da eben der Autor oft keinen Einfluss hat oder die Vorableistung nicht bringen möchte oder kann. Ich bewerte alleine den Inhalt, erwähne aber die anderen Punkte mit. Denn nur so haben Verlage, Buchbinder, Autoren und Co die Chance etwas zu verbessern. In einer späteren Auflage oder beim nächsten Buch. Denn ehrlich, woher sollte sonst ein Verlag oder Buchbinder erfahren, dass sich das Cover nach dem 2. Lesen auflöst oder dass diese Art der Bindung so gut ist, dass keine Leseknicke entstehen und und und und. Ob meine Rezensionen von diesen Leuten gelesen werden? Keine Ahnung, vielleicht schon.

5. Spoiler und zu viel verraten

Ich habe schon Stimmen gehört, dass sie keine Rezensionen mehr in Blogs lesen, weil oft zu viel vom Inhalt her verraten wird. Das finde ich persönlich auch schrecklich. Meiner Meinung nach kann man ein Buch sehr wohl bewerten, ohne zu viel zu verraten. Von der Inhaltsbeschreibung her orientiere ich mich meist am Klappentext, wie viel der Verlag eh verraten möchte. Wie gesagt, ich schreibe ihn nicht ab, sondern orientiere mich daran.

Und wenn ich darüber hinaus gehen muss, dann halte ich mich an Anhaltspunkte oder ein Beispiel, oder an eine grobe Erklärung des Sachverhaltes. Es gibt keine Zitate oder genaue Beschreibungen.

Ich glaube, ich bin damit auf einen guten Weg und auf Nachfragen wurde mir das auch bestätigt. Daher bitte ich die anderen Blogger doch auch, hier etwas mehr Sorgfalt walten zu lassen, denn wir möchten doch eine Empfehlung aussprechen und nicht erst dann gelesen werden, wenn das Buch auch schon gelesen wurde. Wie schnell gerät das in Vergessenheit und wir werden gar nicht mehr gelesen?

6. Fake, Anmerkungen und Kommentare in Amazon oder Hilfreich oder nicht

Es gibt viele Diskussionen über Gefälligkeitsbewertungen. Auch über Fakes und in Amazon noch über hilfreich bzw. nicht hilfreich und Kommentare zu Bewertungen. Dazu noch einen gewissen Kleinkrieg und Neid.

Ich halte mich da raus. Ich mache da nicht mit. Ich gehöre zu denen, die ihre ehrliche Meinung vertreten. Ich bemühe mich auch immer fair und ehrlich zu sein. Gefälligkeitsbewertungen gibt es nicht bei mir. Mag ich nicht, geb ich nicht und will ich auch nicht bekommen. Ich habe jetzt bei meinem Buch das „Problem“ nur 5 und 1x 4 Sterne bekommen zu haben. Damit falle ich genau in diese Beschreibungen, dass man hier nicht trauen soll, weil zu gut bewertet.

Hallo? Ich freue mich total, dass mein Buch so gut ankommt. Es ist keine einzige Bewertung davon gekauft oder von mir beeinflusst. Ich habe nur einige Bücher zur Verfügung gestellt.

Ich werde nicht anfangen schlechte Bewertungen zu kaufen. Ich weiß, dass ich ehrliche Meinungen bekommen habe, denn viele von den Rezensenten standen mit mir in Kontakt und sie bewerten auch auf ihren Blogs sehr objektiv und ehrlich. Auch mal schlechte Bücher.

Schade, dass manche Autoren anscheinend Fakes brauchen um sich besser dar zu stellen. Auch möchte ich, wenn ich ehrlich bin, keine Rezensionen von anderen Autoren haben. Auch weil es einen komischen Eindruck hinterlässt. Lieber von ihnen einfach ein persönlicher Kontakt – gefiel mir oder gefiel mir nicht, da gibt es was noch zu verbessern. Sind ja Kollegen, sozusagen.

Nein, bei diesem Zeug halte ich mich raus. Ich mache keine Gefälligkeiten und verlange sie nicht. Fakes gibt es nicht. Das war auch der Grund, warum ich nicht mehr in Amazon gepostet hatte. Aber wie gesagt, als ich Autor wurde, habe ich meine Meinung revidiert, denn Autoren sind auf ehrliche und faire Rezensionen angewiesen und ich bin ehrlich und fair.

Ich freue mich über ein gutes Buch, warum sollte ich mich dann nicht auch im Rahmen meiner Möglichkeiten dafür bedanken.

Puh, das ist jetzt doch ein recht langer Beitrag geworden, aber das wollte ich Euch mal sagen.

Auch, dass ich Wert darauf lege, dass ihr wisst, wie ich es halte. Keine Spoiler, ehrliche und faire Rezensionen, meine persönliche Meinung. Und ehrlich: Jedes Buch hat seine Leser, nur muss ich nicht immer dazu gehören.

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4 Kommentare bis “Bewertungen und Rezensionen”

  1. Tina sagt:

    Ich denke beim Bewerten von Büchern muss wohl jeder seinen eigenen Weg finden. Ich glaube ich spoiler nicht besonders oft, aber ganz ohne auf bestimmte Dinge im Inhalt einzugehen komme ich oft nicht aus und gelegentlich einen Satz zu zitieren, der mir besonders aufgefallen ist finde ich nicht schlimm. Ich kenne auch etliche Rezensionen die generell den ersten Satz eines Buches zitieren, ich finde das vollkommen okay.
    Ich nehme an, so wie jedes Buch seinen Leser findet, findet auch jede Art der Rezension ihre Leser. Der eine mag es kurz und knackig, der andere hat es lieber ausführlich.

    LG
    Tina

    • Mella sagt:

      Der erste Satz ist ja okay, und ein wenig verraten muss man manchmal, doch einige Rezensenten verraten echt zu viel des Guten

  2. Kerstin sagt:

    Zu den Bewertungen zu Deinem Buch: ich denke der geübte Leser kann sehr wohl unterschieden, ob gute Bwertungen reine Gefälligkeitsbewertungen oder ehrliche Rezensionen sind – von daher mach Dir da mal keinen Kopf ;-)
    Alex hat bei amazon inzwischen über 20 Bewertungen, auch nur 4 und 5 Sterne und davon ist auch keine „gekauft“. Aber bei manchen Autoren fallen die unzähligen „Tolles Buch, unbedingt kaufen“ Bewertungen schon sehr auf, zumal das dann die einzigen Rezensionen sind, die diejnigen überhaupt geschrieben haben…

    • Mella sagt:

      Das hoffe ich, finde im Moment nur die Diskussion so schräg, in der pauschal vor solchen Büchern gewarnt wird, die nur 4 bis 5 Sterne haben.
      Auch kommt es immer darauf an, wer eine Rezi schreibt. Geübte Blogger sind meist ausführliche, also der „Normalleser“ der oft wirklich nur ein ernstgemeintes „Tolles Buch“ hinterlässt.

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