Buchserien, warum nicht gleich an der Klappe zu erkennen?

Trilogien Bücherreihen und Bücherserien boomen. Sie sind bei Verlagen, Autoren und Lesern gleichermaßen beliebt. Dennoch gibt es erhebliche Unterschiede in der Umsetzung:

  • Das Design ähnelt – bei den zusammengehörigen Büchern
  • Das Design ist unterschiedlich
  • Es gibt einen Untertitel „der X. Fall von Blabla“
  • Es gibt keinen Untertitel
  • Es gibt einen klaren Hinweis – „Teil 3“
  • Es gibt keinerlei Hinweis, welchen Teil man gerade in der Hand hat und dass es noch weitere Teile gibt. Außer gut versteckt irgendwo in den letzten Seiten oder ganz am Anfang in der Vorstellung des Autors

Als Leser stellt sich mir oft die Frage, warum das so unterschiedlich gehandhabt wird und was mich da teilweise ärgert. Dennoch kann ich auch die Gegenargumente nachvollziehen. Ich führe hier einfach mal die Argumente entsprechend auf:

Wider- warum wird kein deutlicher Hinweis auf dem Buch vermerkt?

Hier argumentieren vor allem die Verlage. Angenommen Ihr habt eine Bucherserie. Erfolgreich. Seid mittlerweile im, sagen wir mal, 5. Band angekommen. Nun würde auf dem Titel stehen:

Unser tolles Buch

Teil 5

Anscheinend greifen die Leser dann nicht mehr zu. Weil sie oft eben der Meinung sind, nicht mehr in die Geschichte reinzufinden. Dass sie nicht mehr mitkommen. Oft eben auch aus Erfahrung sagen – nein, ein so später Einstieg bringt nichts, da versteht man nur noch die Hälfte.

Ein gutes Argument und nachdem ich ein wenig drüber nachgedacht hatte und mich selbst auch beobachtet habe – kann ich dem nur zustimmen. Ja, so reagiere ich auch. Würde ich wirklich so ein Buch lesen, geschweige denn kaufen? Nein wohl nicht, obwohl ich locker aus dem Stegreif einige Gegenbeispiele aufzählen kann.

Selbst bei Krimis bin ich oft skeptisch, obwohl hier ja die Fälle untereinander sehr gut abgeschlossen sind und nur das Ermittlerduo weiter macht. Ich schaue hier auch immer, dass ich den ersten Teil erwische.

Ein weitere Argument, gerade für den Auftakt einer Serie ist, dass man einfach auch erst mal abwarten möchte, wie das Thema beim Leser ankommt. Lohnen sich weitere Teile?

Was für einen deutlichen Hinweis auf dem Buch spricht

Hier schreie ich als Leser ganz laut – dass ich den Hinweis brauche. Wenn mich eine Serie interessiert, möchte ich natürlich auch die anderen Bände haben. Wenn mich das Thema sogar noch stark anspricht, würde ich sehr gerne mit dem ersten Teil beginnen. Auch wenn gerade Band 5 aktuell ist, dann schaue ich, dass ich mir zuerst Band 1 kaufe. So gesehen – eine Verkaufssteigerung von Band 1 auch wenn sich dann Band 5 vielleicht nicht sofort gut verkauft. Gerade bei Trilogien möchte ich sicher nicht mit dem 3. Band anfangen. Da bin ich dann meistens so enttäuscht, dass ich die Lust an der Serie verliere und sicher nicht alle 3 Bücher lese. Ist eine Art Trotzreaktion. Vor allem, wenn die Bücher aufeinander aufbauen. Sind sie hingegen absolut innerhalb eines Bandes abgeschlossen und es kommen nur die Protagonisten aber in einer anderen Hauptkonstellation vor, also z.B. wird zuerst die Geschichte der Schwester erzählt, dann die des Bruders und dann des Kindes, dann wäre es egal. Doch würde es wie z.B. bei Shades of Grey oder bei den Tributen von Panem aufeinander aufbauen, wäre es alles andere als sinnvoll mit dem dritten Teil anzufangen.

Deshalb plädiere ich als Leser „JAAAAA ICH WILL HINWEISE!“

Fazit

Wenn es der Auftakt einer Serie ist, sollte in meinen Augen unbedingt der Hinweis dazu auf das Cover. Einmal, weil manche Leute lieber Einzeltitel lesen und daher keine offenen Enden mögen, während andere sich dann genau darauf freuen. Eben auf eine Serie und dann ganz begeistert auf die nächsten Teile warten.

Als Kompromiss, mit dem ich gut leben könnte, wäre ein Hinweis an etwas versteckteren Stellen. Wie etwa auf der Cover-Innenseite. Aber dann bitte klar 1. Teil, 2. Teil und co. Perfekt wäre es, wenn Verlage dann noch eine Empfehlung aussprechen. Wie „Die Reihenfolge muss nicht eingehalten werden, da die Bücher einzeln abschließen“ oder „Wir empfehlen die Reihenfolge einzuhalten, da die Bücher aufeinander aufbauen“. So wäre jedem geholfen. Sofern die Aussagen ehrlich und glaubhaft sind, kann in meinen Augen auch der Verkauf angekurbelt werden.

Denn entweder kaufe ich dann den ersten Teil, oder das Buch, welches ich gerade in den Händen halte. Und wenn mir das Buch gefällt, spätestens dann kann ich vorne gleich sehen, ob es noch weitere Teile gibt und bei diesen gleich zuschlagen. Fehlt dieser Hinweis hingegen, dann könnte mir echt weitere gute Lektüre entgehen. Denn liebe Verlage: der Normalleser sucht nicht unbedingt im Internet und beim Autor und in den Kommentaren von Amazon nach den weiteren Bänden. Vor allem, wenn er nicht unbedingt wieder etwas vom Autor lesen möchte, sondern unbedingt wissen muss, wie es mit den Protagonisten weiter geht. Denn es gibt Autoren, die mehrere Serien veröffentlichen und man möchte genau die eine jene verfolgen und nicht mischen. Auch das gibt es…..

Wie seht ihr das? Seid ihr meiner Meinung? Oder braucht ihr keine Hinweise, ob es eine Serie ist. 

Sohnemann geht sogar so weit und sagt „wenn es keine Serie ist – lese ich das Buch nicht“

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4 Kommentare bis “Buchserien, warum nicht gleich an der Klappe zu erkennen?”

  1. Susanne K sagt:

    ich bin auch deiner Meinung! Buchserien sollten gekennzeichnet sein!
    Allerdings bin ich eine Mitten-in-der-Serie-Anfänger – ich muss weder in Bücher- noch in Fernsehserien von vorne Anfangen. Meine liebsten Buch- und Fernsehserien habe ich mittendrin begonnen – und einer guten Serie tut dies keinen Abbruch.
    Was verstehe ich unter einer guten Buchserie? Zum einen muss der Teil für sich selber gut dastehen, sprich ich muss ohne die Vorgeschichte zu kennen gut mitkommen und zum anderen muss er mich neugierig auf den Anfang machen.

    Es gibt einige Serien, die ich von Anfang an angefangen habe und mir sehr gut gefallen – doch meine Lieblingsserien (auf Papier und auf Celluloid *g*) habe ich mittendrin begonnen http://www.buchkritik.org/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_rose.gif
    GLG
    Susanne

    • Mella sagt:

      Wenn man in der Mitte einsteigen kann, umso besser. Mittlerweile habe ich sogar von den Problemen gehört, dass manche Serien nicht zu Ende geführt werden und man mit einem Cliffhanger sitzen bleibt….

  2. Kerstin sagt:

    Mich nervt es mächtig an, wenn ich erst während des lesens merke, daß ich mitten in einer Serie stecke. Manchmal ist es nicht weiter relevant, aber ich hatte schon Fälle, in denen mir Informationen aus den vorherigen Bänden fehlten.
    Ich bin prinzipiell kein Fan von Serien…

    http://kastaniesbuecher.blog.de/2012/05/05/plauderei-buecherserien-fluch-segen-13633411/

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