Ein gutes Ende

Die Kunst eines Autors liegt darin, ein Buch zu beenden, und trotzdem genügend offen zu lassen, dass eine Fortsetzung möglich ist.

Das ist nicht immer ganz leicht und gerade bei Thrillern oft ein heikles Thema. So habe ich mittlerweile bereits zwei Bücher gelesen, die mich so unbefriedigt zurück lassen, dass ich diesem Autor (es sind bei mir jetzt zwei Autoren) nur noch unter großen Vorbehalt begegne. Ich traue ihm nicht mehr, denn ich möchte ein Ende haben.

Ich brauche die Auflösung. Ich brauche das Gute in der Welt, welches am Besten siegreich hervorgeht. Nicht ganz realistisch? Hoffe ich doch, dass es gerade bei den harten Thrillern um Fiktion handelt und falls nicht bitte bitte  soll auch das Gute siegen, denn es ist ja kein Tatsachenbericht. Genau das brauche ich auch.

Ich hatte mal das  Glück mich mit einem Thriller-Autoren zu unterhalten, der auch ein relativ offenes Ende verfasst hat. Es war mir einen Tick zu offen, obwohl der Fall aufgeklärt wurde und das Gute gesiegt hat. Doch wusste ich nicht, ob das Gute ohne Blessuren davon kommt. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass ich nicht weiß, ob es einen Nachfolgeroman gibt oder nicht. Mir wurde zugesichtert, es gibt wohl einen und dann wird das Gute irgendwann am Schluss gewinnen .

Gleich auf mehrere Bände ausgelegt

Dies finde ich schrecklich. Ganz schrecklich, vor allem, wenn ein Band nicht einen Bereich fertig abschließt. Harry Potter war okay, denn ein Band hat ein Schuljahr umfasst und es wurde jeweils ein Bereich abgeschlossen, bzw. Voldemort besiegt. Doch ein Beispiel, welches mir nicht gefällt ist der Skorpion von Lisa Jackson.

Auch der AAVAA-Verlag mag solche mehrteiligen Bände recht gerne. Ich finde sie fürchterlich, vor allem, weil die Bücher auch relativ dünn sind. Ist es denn so schlimm, wenn ein Buch mal 500 Seiten und mehr hat?

Ich finde nicht, und glaube auch nicht, dass „Vom Winde verweht“ so ein großer Erfolg geworden wäre, wenn dieses Buch geteilt worden wäre.

Ich nehme jetzt gleich mal die Autoren in Schutz, denn ich weiß, dass es oft gar nicht in ihren Händen liegt, wenn ein Buch geteilt wird, doch warum wird das gemacht? Dem Leser fallen dann nur Adjektive wie geldgierig, feige und dergleichen ein. Also wird das eher sehr negativ aufgefasst, vor allem, weil ein Band ja auch nicht gerade günstig ist.

Gibt es einen vernünftigen Grund warum die Bücher geteilt werden? Wenn ja, wie kann man das den Lesern positiv verkaufen?

Den Leser vorab informieren

Das ist mir wichtig. Vielleicht hatte ich auch bei Harry Potter und Konsorten nie Probleme mit der Mehrbändigkeit, weil einmal die Bücher von Haus aus dick genug waren, in sich abgeschlossen und zudem weil ich wusste, dass es mehrere Bände waren.

Ich bin immer dann enttäuscht, wenn ich nicht weiß, dass ein Buch oder ein Fall nicht wirklich beendet wird und ich nach etwa 200 bis 500 Seiten mit offenen Fragen und unbefriedigt zurückgelassen werde. Ja, richtig unbefriedigt. Ich liebe es ein Buch mit einem „Hach“ zuzuklappen in dem Wissen – es löst sich alles auf. Manchmal mit dem Gefühl alles wird gut und manchmal auch sehr nachdenklich. Doch es gibt ein Ende und das „Lebenskapitel“ wurde abgeschlossen und es ist Platz für etwas Neues.

Wenn ich weiß, ich brauche noch einen zweiten Teil für dieses Gefühl, dann werde ich schon unruhig. Es kann gut sein, aber auch nicht. Doch viel viel lieber ist es mir, wenn ich weiß, wann und wie es beendet wird.

Und ihr so?

Wie geht es Euch dabei? Habt ihr den gleichen Wunsch oder liebt ihr so Cliffhanger, wo man sich selbst ein Ende ausdenken kann?

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8 Kommentare bis “Ein gutes Ende”

  1. Tina sagt:

    Ich mag es auch lieber, wenn Bücher in sich abgeschlossen sind. Es muss nicht immer das Gute gewinnen, aber am Ende eines Buches sollte schon klar sein, wer denn nun gewonnen hat :-) Was ich gar nicht leiden kann, ist wenn gar nicht klar ist, ob es Folgebände geben wird oder wenn es zu lange dauert, bis sie erscheinen. Bei mir erlahmt dann oft das Interesse an den Protagonisten oder der Geschichte – ich pirsche ja nicht drei Jahre lang durch die Buchhandlungen oder durchs Internet um herauszufinden ob Kommissar X den Killer Y nun irgendwie erwischt.

    • Mella sagt:

      oh ja, und ich merke an mir, dass ich die Autoren dann richtiggehend meide. So nach dem Motto: „ts, Du wolltest mir das Ende nicht verraten, jetzt mag ich Dich auch nicht mehr“ *ggg*

  2. Jenny sagt:

    Ansich hab ich auch lieber abgeschlossene Geschichten. Bis jetzt hab ich aber auch immer Glück gehabt.

    Wenn ich weiß das es eine Trilogie ist, dann komm ich auch mit einem fiesen Cliffhanger klar, denn der nächste Band lässt in der Regel nicht lange auf sich warten und meistens halte ich das sogar so, das ich erst anfange zu lesen wenn alle Teile draußen sind.

    Bei Reihen ist das ähnlich, egal wieviel Teile es gibt, bis jetzt waren alle Bücher in sich abgeschlossen und der nächste Band hat dann maximal nochmal zurück geblickt oder eben Protagonisten aufgenommen. Da ist es mir dann sogar egal wie lange der Zeitraum ist bis zum nächsten erscheinen, denn die muss man ja nicht in einem Rutsch lesen und könnte sogar willkürlich mittendrin anfangen zu lesen. Und bei meinen Lieblingsreihen ist das bis jetzt immer so gewesen.

    Aber ich geb dir Recht, wenn es so ist wie du beschreibst dann geht das überhaupt nicht. Wenn ich „allein“ gelassen werde mit einem offenen Ende ohne zu wissen „Geht es weiter“ und wenn ja „Wann“ dann ist das von dem der sich das ausgedacht hat nicht sehr nett und würde dann auch von mir gemieden werden.

    Ich will wie du das „hach-Gefühl“ am Ende eines Buches habe wenn ich es weg lege und nicht noch weiter drüber nachdenken müssen. Wenn ich lese tauche ich in die Welt ein und möchte am Ende wieder in mein reales Leben auftauchen und nicht ein Stück von mir im Buch lassen. Das brauch ich nämlich dann fürs nächste. ;-)

    • Mella sagt:

      Oh ja, Reihen und Trilogien sind natürlich was anderes. Bei Harry Potter gab es ja auch Cliffhanger und trotzdem war es noch abgeschlossen. Bei Reihen würde es gar nicht gehen, weil man nie davon ausgehen kann, dass ein Leser nicht irgendwo in der Mitte anfängt.
      Ja, es war leider so wie von mir beschrieben und schön, dass Du so ähnlich empfindest.

  3. Peggy Illner sagt:

    Oh ja, das kenne ich: Heute gibt es ja nicht mehr viele Bücher die nicht mindestens eine Triologie sind und offene Enden finde ich schrecklich. Wenn man dann 1 Jahr lang dasteht, wie der „Ochs vorm Scheunentor“ und nicht weiss, wie es weiter geht…furchtbar! Die Idee von Jenny, mit dem Lesen erst zu beginnen, wenn alle Teile erschienen sind, ist im Prinzip toll, aber wegen meiner Ungeduld nicht durchführbar. Wenn ich etwas will, dass jetzt und sofort.

    • Mella sagt:

      So lange mag ich auch nicht unbedingt warten und Trilogien sind echt irgendwie doof. Auch für uns Blogger. Den ersten Teil kann man ja noch gut rezensieren, aber den zweiten oder dritten Teil? Der lohnt sich doch oft nur für die, die auch den ersten Teil kennen. Und die haben sich ja eh schon entschieden, ob sie weiter lesen möchten oder nicht. Der Rest der Blogleser – hat doch oft kein Interesse daran.

  4. Daggi sagt:

    Ich bevorzuge ganz klar abgeschlossene Geschichten. Den Trilogienwahn kann ich nicht nachvollziehen. Dann lieber eine Serie mit mehreren abgeschlossenen Bänden.

    und wenn es geht, bitte auch ein Happy End :D

    • Mella sagt:

      Ja, Daggi, so geht es mir auch. Abgeschlossene Bände innerhalb einer Serie finde ich besser. Egal ob die Serie 3 oder 30 Bände umfasst.

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