Ich schreibe ein Buch – Wie es dazu kam

Dies wird eine lockere Artikelserie werden, über mein Abenteuer als Autor. Anfangen werde ich, wie üblich, mit dem Thema: Wie es dazu kam.

Typische Schriftsteller-„Karriere“?

Davon kann man bei mir nicht ausgehen. Ich war immer der festen Überzeugung, dass ich niemals ein Buch schreiben werde. Doch wie heißt es so schön? Sag niemals nie. Denn irgendwann hatte ich eine Email in meinem Postfach. Darin wurde ich gefragt, ob ich nicht ein Buch schreiben würde, mein Blog wäre so angenehm zu lesen .

Diese Email landete erst mal im Spam. Doch da kam sie wieder. Ich fand es immer noch lustig und zeigte sie meinem Mann. Der meinte – schreib halt mal zurück. Und tatsächlich handelte es sich nicht um Spam, sondern um einen Verlag, der sich auf Blogger spezialisiert hatte.

Trotzdem stellte sich die Frage: Ich? Wieso ich? Ich hab viel zu wenig Fantasie und Trampelpfade ist ein reiner Mischblog von Sport bis zum Essen über Kinder bis zu alles was sonst so anfällt. Kein wirkliches Thema, oder?

Welches Thema wähle ich?

Ein Thema jedoch beschäftigt uns seit gut 6 Jahren und war auch der Auslöser, warum ich mit dem Bloggen angefangen hatte. Ein Thema, wo wir mittlerweile viel Wissen angehäuft haben, weil wir eben betroffen sind. Denn, dass ich keinen Roman schreiben werde, stand von Anfang an fest. Ich habe dazu viel zu wenig Fantasie und könnte meinen eigenen Ansprüchen nie gerecht werden.

Also ein Sachbuch und als Thema bot sich ADHS an. Jetzt bin ich sicherlich kein Experte darin, sondern „nur“ eine Mutter, die sich mit diesem Thema auseinander setzen muss. Weil eben unser Jüngster davon betroffen ist. Mein zweiter Vorteil ist, dass ich ja noch ein Kind habe, der diese Krankheit nicht hat und ich daher sehr gute Vergleichsmöglichkeiten habe, wie auch etwa die Umwelt reagiert, die Erziehungsarbeit aussieht und und und. Zudem ist das ADHS bei unserem Jüngsten nicht leicht ausgeprägt, sondern schon …. sagen wir mal, er macht keine Halben Sachen. .

Unsicherheiten und Entscheidungen.

Also wenn ein Buch, dann ein Sachbuch und zum Thema ADHS. Allerdings nur so, dass ich auch dahinter stehen kann. Ich bin weder Experte noch ausgebildeter Erzieher und ich reihe mich auch nicht bei den Pseudoexperten ein. Da gibt es in diesem Bereich schon genug. Meine Idee war – ADHS aus Sicht einer betroffenen Familie.

Das wichtigste zuerst – zieht meine Familie da mit? Es betrifft ja alle und wie ich mich kenne, kann ich wieder meine Klappe nicht halten und sage auch ehrlich, wenn wir Fehler gemacht haben und stelle meine Kids auch nicht als Engel dar. Täuschen uns Schein bewahren – sind Dinge, die ich einfach nicht kann. Okay, das macht das Buch glaubwürdig. Doch muss dann eben auch meine Familie mitziehen.

Mein Mann stand sofort dahinter. Sagte immer, wir waren froh über die Informationen und hatten Glück diese bekommen zu haben. Daher kannst Du das schon so schreiben. Der Große sagte auch zu und meinte, es wird schon passen was ich mache. (Er liest übrigens fleißig gegen und ist auf Tippfehlerjagd). Der Kleine war mir der Wichtigste. Denn das Buch handelt ja auch Hauptsächlich um ihn. Doch er fand es okay.

Dann habe ich noch enge Freunde befragt, ob diese meinen, ob hier überhaupt Interesse bestehen würde. Diese meinten ja.

Meine Überlegungen

Also bis jetzt stand nichts dagegen ein Buch zu schreiben. Ich hatte einen Verlag. Ich hatte ein Thema. Und ganz wichtig – meine Familie stand hinter mir. Also dringend Zeit, mir zu überlegen, was ich mit dem Buch erreichen und bezwecken will.

  • Helfen. Also wirklich das mal weiter geben, was wir erfahren haben. Denn ich habe gelernt, bei ADHS gibt es viele falsche Informationen und vieles wir nur unter der Hand erzählt.
  • Vielleicht ein winzigkleines weiteres Standbein aufbauen. Mal schauen, was sich daraus entwickelt, ich weiß, da kann es Überraschungen geben. – Also reine Neugier
  • Die Entstehung eines Buches mitzuverfolgen. Als Buchblogger sicher ein sehr interessantes Thema, zu dem man sonst recht schlecht eigene Erfahrungen oder Wissen ansammeln kann. Also nochmal reine Neugier.
  • Reflektion. Der Kleine ist nun bald in der Pubertät und es hat sich bei uns einiges getan. Da schadet es nicht, irgendwann mal zurück zu blicken und zu überlegen, wie ADHS uns geprägt hat, was wir durch gemacht haben, wie es nun läuft und was wir erreicht haben. Auch geht es langsam in die Richtung, dass Weichen für die Zukunft gestellt werden. Also auch unter dem Aspekt sich nochmals mit ADHS zu beschäftigen. Und wenn ich mich wegen dem Buch eh mit dem Thema auseinandersetzen muss, warum nicht gleich so?

Und vielleicht ist mein eigenes Buch ja auch mal ein Grund, eine Buchmesse zu besuchen? Okay, das ist jetzt irrelevant – aber, hey warum nicht? Ich komme so schräg an ein eigenes Buch heran, dann kann ich auch schräge Hoffnungen hegen 

Wie geht es weiter

Also ihr wisst nun,

  1. ich schreibe ein Buch
  2. Wie ich dazu kam.
  3. Ihr kennt das Thema
  4. und meine Ziele, was ich damit bezwecke.
  5. Ihr wisst, was meine Familie dazu sagt.

Demnächst geht es dann damit weiter, wie ich an das Schreiben herangegangen bin. Denn immerhin bin ich Blogger und kein Autor. Auch das Thema Lektorat werde ich mal aufgreifen und wie es allgemein weiter geht. Noch ist mein Buch noch nicht gedruckt, oder gar abgenommen. Ich lasse Euch einfach direkt teilhaben. Und vielleicht diskutieren wir sogar über die eine oder andere Frage, die noch offen ist.

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34 Kommentare bis “Ich schreibe ein Buch – Wie es dazu kam”

  1. Ralf sagt:

    Na dann, viel Erfolg beim http://www.buchkritik.org/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_mail.gif

    Ich habe mir das ja auch vorgenommen und „stricke“ gerade an meinem Konzept. Nur hat sich bei mir noch kein Verlag gemeldet http://www.buchkritik.org/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_scratch.gif aber vielleicht kommt das ja noch.

    Liebe Grüße,
    Ralf

    • Mella sagt:

      Danke.
      Ja, bei mir läuft nie etwas nach dem normalen Schema ab ;-)
      Das Thema Konzept und wie ich ans Schreiben gegangen bin, werde ich im nächsten Artikel mal erzählen.

  2. Bibilotta sagt:

    Wow…was für eine Überraschung…das find ich ja mal echt klasse. Und dann auch noch ein Sachbuch zum Thema ADHS ??? WOW…bin grad echt baff und *hut ab* dass du so diese Sache umsetzt.
    Ich kenne mit mit ADHS ja nicht aus, sind davon auch nicht betroffen, aber ich denke auch mal, wenn es da Bücher gibt, aus der Sicht einer Familie, wie die damit umging und was damit erlebt wurde … wäre doch klasse.

    Übrigens Super, wie deine Familie hinter dir steht, aber ich denk bei dem Thema ist das auch ein MUSS wenn alle mit betroffen sind bei den Schilderungen und Erfahrungen.

    Bin gespannt wie das weitergeht und ja…. nicht jede Mail ist Spam wie man sieht *lach*

    Wünsch dir viel spaß weiterhin und halte uns auf dem laufenden ;)

    LG Bibilotta

    • Mella sagt:

      Danke :-)
      Ich glaube, dass das Buch eher für die am Rande Betroffenen ist. Also für Freunde, Verwandte, Lehrer, interessierte Personen, die mit einem ADHS-Betroffenen zu tun haben. Denn eigentlich sollte Aufklärung Teil der Therapie sein, doch mir fehlt oft das Verständnis der Umwelt herum. Wie etwa Oma,Opa, Tante, Freunde etc.
      Bin mal auf die weiteren Reaktionen gespannt :-)

  3. […] vielerlei Hinsicht. Ich wollte niemals ein Buch schreiben. Und jetzt tue ich es doch (genaueres auf Buchkritik.org.) Warum und wie es dazu kam, dass ich meinen festen Überzeugungen abgewichen bin – ist so […]

  4. nasch sagt:

    Wow, ich bin begeistert, Hut ab, sowas würde ich generell auch gerne können, aber ich kann mich nicht gut ausdrücken und kann schon gar nicht um etwas herum reden *lol*

    Aber es liest sich so, als wenn du das Buch schon geschrieben hast, oder?

    • Mella sagt:

      Danke :-) – Ja ein Teil der Arbeit ist fertig und ich dachte eigentlich die Hauptarbeit. Werde aber gerade eines Besseren belehrt :-P
      Deshalb finde ich es auch so interessant.

      • nasch sagt:

        Hut ab, wenn ich bedanke, das das seine Zeit dauert und du in den letzten Wochen doch viel um die Ohren hattest, frage ich mich, wann du das alles gemacht hast *lach*

    • Mella sagt:

      Ach ja, mit dem Ausdrücken können – dachte ich auch immer, aber warum habe ich dann doch ein paar Leser auf den Blogs – also gehe ich einfach das Risiko ein und lasse dann die Leser entscheiden. :-)

  5. Ich wünsche Dir ganz viel Spaß und Erfolg mit dem Projekt.
    Es ist ein harter weg, aber Du hast ein passendes Thema und die nötige Motivation.
    Du packst das!
    LG
    Fulano

  6. Manni sagt:

    Arbeit hast Du ja immer genug, jetzt wohl noch mehr. http://www.buchkritik.org/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_mail.gif

    Auf jeden Fall freu ich mich für Dich, dass Du eine so schöne neue Aufgabe gefunden hast. Viel Erfolg.

    LG
    Manni

    • Mella sagt:

      Danke Manni,
      nee Arbeit geht mir nicht aus – dafür habe ich viel zu viele Ideen udn da ergibt sich in meinem Leben viel zu viel.

  7. ClauDia sagt:

    Liebe Mella, Dein MS ist nicht so schlimm, wie du denkst! Deine Jungs haben sehr gut quergelesen. Ich finde das Thema sehr wichtig und was ich bisher lesen konnte, war sehr gut und auch sehr gut geschrieben. Stell Dein Licht nicht so unter den Scheffel http://www.buchkritik.org/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_rose.gif
    Ich freue mich für die betroffenen Familien, die dank deines Buches wieder ein wenig „weiter kommen“. http://www.buchkritik.org/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif
    Liebe Grüße
    Claudia

  8. Sandra sagt:

    Hallo Mella,
    ich bin sehr gespannt, was Du weiter berichtest und finde es klasse, dass Ihr Euch daazu entschlossen habt. Wie Du schon sagtest, es werden sicherlich einige Menschen froh darüber sein, Dein Buch als Hilfe, und sei es nur moraschlisch, in der HAnd zu halten.

    Viel Erfolg und liebe Grüße

  9. Das ist spannend. Ich werde mir Dein Buch auf jeden Fall kaufen. Bin zwar nicht direkt betroffen, ist aber ein wichtiges Thema, und bei Dir weiß ich, dass ich kein dummes Zeuchs, sondern vernünftige Infos bekomme. http://www.buchkritik.org/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif

  10. Iris sagt:

    Ich finde es ja mutig, dass sich deine Familie und insbesondere dein kleiiner Sohn da so zur Verfügung stellt. Das würde ich glaub ich nicht mitmachen als Betroffener. Grundsätzlich finde ich nicht-professionelle Informationen aus erster Hand immer sehr wichtig, denn sie sind oft näher am Alltag und wirklichen Geschehen dran als die Texte echter Profis. Außerdem ist ADHS ja doch sehr auf dem Vormarsch – oder vielleicht wird es auch einfach nur öfter als solches erkannt als früher. Darum findet dein Buch sicherlich eine breite Leserschaft. Mich würdde es schon rein beruflich interessieren und vielleicht sogar auch im Rückblick auf die Kindheit meines Sohnes, bei dem sich die Geister über ein mögliches ADHS doch sehr schieden.

    • Mella sagt:

      Naja, da bei im im Lebenslauf eh das Internat auftaucht, wird ein Verschweigen sowieso nie ganz möglich sein. Zudem versuche ich auch zu schützen, wie es nur geht, unter Anderem ist die Überlegung wegen Pseudonym da, etc.
      Warum ADHS in aller Munde ist – ja darauf gehe ich auf jeden Fall ein.
      Hoffe, Du findest ein paar interessante Informationen im Buch

  11. Daggi sagt:

    Mein Mann studiert ja Sozialpädagogik und beschäftigt sich seit einiger Zeit intensiv mit ADHS und hat auch mehrere Praktikas in einer Einrichtung gemacht, die sich u.a. mit ADHS Kindern befasst. Daher finde ich Dein Buchprojekt sehr spannend und werde es gerne weiter verfolgen.

    • Mella sagt:

      Oh, sehr interessant. Dein Mann wird sicher noch eine ganz andere Sichtweise und sicher auch viel mehr erlebt haben. Da bin ich neugierig, wie er das sieht.

  12. Peggy sagt:

    Mella Du machst das total toll und ich bin mir 100 % sicher, dass dein Buch viele Menschen unterstützen kann.

  13. Petra Schier sagt:

    Liebe Mella,

    für dieses tolle Projekt wünsche ich dir alles alles Gute!
    „Sag niemals nie“ ist übrigens auch mein Motto. :-)

    Liebe Grüße
    Petra

    • Mella sagt:

      Danke Petra,
      ich hätte nie damit gerechnet und hoffe einfach mal das Beste. Da meine Erwartungen recht gering sind, kann nicht viel schief gehen ;-)

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