Rezensionen von…..

Gestern kam eine sehr interessante Diskussion in Facebook auf, die mich auch länger beschäftigt hat. Die Ursprungsfrage lautet:

Rezensionsexemplare ablehnen?

Und zwar aus Sicht eines Bloggers. Hat man Nachteile, wenn man nicht jedes angebotene Exemplar annimmt, vor allen nicht, wenn es von den großen Verlagen oder bekannteren Autoren kommt?

Die Antwort hier war klar: Nein, sollte man nicht haben und nur wenn einen auch das Buch anspricht, kann man sich auch entsprechend darauf einlassen. Bücher, die dem eigenen Leseverhalten entgegen laufen, werden meist automatisch schlechter bewertet und da hat dann niemand etwas davon.

Dem kann ich nur zustimmen. Ich zum Beispiel finde keinerlei Zugang zu Gedichten – daher kann ich diese nicht ehrlich bewerten, weil sie durch meine persönliche Abneigung von Haus aus nicht mehr als 3 B`s bekommen würden. Auch wenn sie noch so gut wären.

Daher ist es im eigenen Interesse, wenn Blogger aussieben. Die Meisten sind aber eh so aufgeschlossen, dass sie sich zumindest mal mit dem Thema und grob mit dem Schreibstil in Leseproben befassen, bevor sie ablehnen, und auch bereit sind sich auf neue Genres einzulassen. Beleidigt muss da also niemand sein.

Macht es was, wenn ein Autor in einem Blog oft besprochen wird?

Manchmal denke ich, es fällt langsam auf, wie oft ich Petra Schier lese und entsprechend oft rezensiere. Ja, ich gebe zu, ich bin ein Fan geworden und mir gefallen ihre Bücher eben.

Antwort: da hatte keiner ein Problem damit. Eher das Gegenteil, man wirke unglaubwürdig, wenn man einen Autor hochlobt und dann sicher nichts mehr von ihm liest…. Interessante Sichtweise, und auch gut zu wissen, dass ich z.B. kein schlechtes Gewissen haben muss.

Soll ein Autor angebotene Rezensionsexemplare annehmen?

Das war für mich der interessanteste Part der Diskussion. Ich sehe mich ja in erster Linie als Blogger, doch andere sagen auch klar, ich wäre ein Autor, weil ich ja ein Buch geschrieben habe.  Daher gehe ich mal auf diesen Bereich insgesamt genauer ein:

Antwort – wenn Du nur Autor bist, und keinen Blog betreibst, oder vorher bereits rezensiert hast

Also reine Autoren – da waren sich alle Diskutierenden einig – sollten keine Rezensionen verfassen. Weil eben Neid, Missgunst, etc oft vorgeworfen werden, genauso wie Vetternwirtschaft. Auch stellte sich die Frage nach dem Sinn des Ganzen. Einfach eine Rezension mehr in Amazon?

Auch ist mir beim genaueren Nachdenken klar geworden, dass es einen komischen Eindruck macht, wenn ich die „Konkurrenz“ rezensiere, also Werbung für fremde Bücher mache, so sollte ich doch als Autor für meine Werke selbst werben.

Der Zweck hier war auch den Meisten nicht wirklich klar. Ein Blogger, vor allem ein Buchblogger hat sich eine entsprechende Leserschaft aufgebaut, die auch Empfehlungen von ihm erwartet, also Rezensionen. Ein Autor hat sich hoffentlich einen Leserkreis aufgebaut, der hauptsächlich Informationen zu seinen Büchern erwartet, also läuft hier eine Rezension an die falsche Zielgruppe heran. Und wirklich thematisch ähnliche oder gleiche Bücher wie die eigenen zu bewerben würde auch keinen Sinn machen, auch wenn man die Leserschaft dazu hätte.

Kurz gesagt – hier wird von den meisten Autoren eh generell abgelehnt, also spart Euch die Mühe.

Von mir selbst haben (aus verschiedenen Gründen) auch Autoren mein Buch in die Hand bekommen. Bei mir kommt daher noch die Überlegung hinzu: „Will ich überhaupt die Meinung von den Autoren wissen?“ Ich würde hier zum Nein tendieren, denn mein Erstlingswerk gleich von jemanden beurteilt zu bekommen, der erfolgreich schon mehrere Bücher selbst verkauft und eine große Fangemeinde hat? Wenn dann seid gnädig zu mir und das ist dann auch wieder Augenwischerei. Also ich würde nicht fragen.

Antwort, wenn Du eh schon Blogger bist und oder vorher schon Rezensiert hast. 

Das würde auf mich zutreffen. Ich bin seit Jahren Blogger und seit Monaten Autor. Ich rezensierte schon vorher und habe mir auch vorher in dem Bereich einen entsprechenden Namen gemacht.

Alle waren sich einig, dass ich ruhig weiter machen kann, also mit den Rezensionen. Keine Einschränkungen, obwohl ich auch Autor bin. Dies liegt hauptsächlich an folgenden Gründen:

  • ich habe mir schon vorher einen Namen als Blogger gemacht 
  • ich versuche möglichst professionelle und faire Rezensionen zu verfassen, kann also nachweisen, keine Gefälligkeitsrezensionen zu verteilen
  • ich habe ein Sachbuch geschrieben und rezensiere hauptsächlich Belletristik
  • ich habe das Buch unter einem Pseudonym veröffentlicht.

Zu den letzten beiden Punkten möchte ich noch etwas anmerken:

  • Das mit dem Pseudonym ist wohl echt wichtig. Ich kann klar trennen. Mella Eckstaller ist die Bloggerin, die auch Rezensionen schreibt. Melanie Hirschmann ist die Autorin, die sicher nie rezensieren wird. Viele Leser werden auch diese beiden „Personen“ nicht unbedingt miteinander in Verbindung bringen. Vor allem nicht auf Amazon. Mella Eckstaller hält sich auch sauber von den Büchern von Melanie Hirschmann fern, kommentiert nicht und findet auch keine Rezensionen hilfreich oder so, genauso wie Melanie Hirschmann das generell nicht macht. 
  • den Punkt Sachbuch vs. Belletristik. Damit habe ich ehrlich ein paar Probleme.
    • Warum soll ich nicht weiterhin Romane bewerten können, nur weil ich selbst einen geschrieben habe. Ich sollte mich vielleicht von dem gleichen Genre in Zukunft fern halten, damit ich nicht die eigene Konkurrenz bewerte und bewerbe, doch wenn ich z.B. Krimis schreibe, kann ich immer noch sehr gut Liebesromane bewerten. Wenn ich das nicht könnte, dürfte ich z.B. auch nicht in einer Jury sitzen. Obwohl da ja sogar noch oft die gleichen wie die eigenen Genres bewertet werden. Also ich hätte damit absolut kein Problem.
  • Klare Trennung ist ein wichtiger Bereich
    • Ich weiß von einer Bloggerin, die natürlich auch rezensiert, dass diese einen Roman veröffentlicht hat, sogar ohne Pseudonym. Ich als Leserin ihres Blogs habe kein Problem, wenn sie weiter rezensiert, ich werde diese genauso gerne lesen wie vorher und freue mich auf eine Wiederveröffentlichung ihres überarbeiteten Romanes. Wichtig hier wäre nur, dass sie diese beiden Aspekte klar voneinander trennt.
    • eine andere Bloggerin hat wohl auch ein sehr erfolgreiches Buch veröffentlicht. Hier herrscht keinerlei Trennung und ich habe diese auch erst so im Netz entdeckt, als Bloggerin und Autorin gleichzeitig.  Das verwirrt mich und ich bin bei ihren Rezensionen zwar nicht direkt vorsichtig, aber schon irgendwie misstrauisch. Entweder liegt es daran, dass wir so unterschiedliche Typen sind, oder ob sie eben auch gleichzeitig Autorin ist (wenn auch vorher schon Bloggerin). Daraus folgt für mich, dass falls keine Trennung stattfindet, man später auf jeden Fall in den beiden Bereichen mit Misstrauen zu kämpfen hat, denn als Autorin kann ich sie eben auch nicht so richtig anerkennen, auch wenn das Buch recht erfolgreich ist und gute Bewertungen bekommt.

In diesem Bereich bedeutet es also, dass es ganz, ganz wichtig ist, dass man klar seine Autorentätigkeit von der Blogtätigkeit trennt. Wenn schon nicht mit Pseudonym, dann zumindest dass man nicht seinen Blog (alten Blog) nicht für das Buch nutzt, sondern lieber eine eigene Autorenhomepage veröffentlicht. Dort sollten logischerweise keine Rezensionen veröffentlicht werden, sondern immer nur im alten Blog. Von Amazon und Co würde ich mich auch fern halten, wenn ich dort nicht mit irgendwelchen Nicknamen veröffentliche, so dass auch hier wieder eine klare Trennung herrscht.

Fazit

eine sehr interessante Diskussion mit verschiedenen Meinungen und bei denen sicher noch nicht alle Aspekte an das Tageslicht gekommen sind. Ich würde mich freuen, wenn hier in den Kommentaren Eure Meinung erscheint und auch liebe Autoren – wie haltet ihr es? Rezensiert ihr als Autor Eure Kollegen? Wolltet ihr das überhaupt bei Euren Büchern?  Von den Bloggern die zum Autor wurden mal abgesehen, oder vielleicht von denen doch auch nicht mehr???

Sehr sehr spannend, wie ich finde

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4 Kommentare bis “Rezensionen von…..”

  1. ClauDia sagt:

    Hi Mella,
    interessante Sichtweise. Ich bin wohl erst zu kurz „Bloggerin“, denn ich verstehe das nicht ganz.
    Ich persönlich, das ist ja bekannt, lege sehr viel Wert auf Rezensionen und kaufe auch danach. Dabei schaue ich aber icht auf die Namen der Rezensenten, sondern ausschließlich auf den Inhalt. Zukünftig werde ich wohl mehr darauf achten und ich für mich kann sagen, eine Rezension einer Autorin wäre für mich doppelt interessant, denn da schreibt ja dann eine Expertin.
    Liebe Grüße http://www.buchkritik.org/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_heart.gif (so ganz ohne Smileys geht dann doch nicht http://www.buchkritik.org/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif )
    Claudia

    • Mella sagt:

      Eine Autorin als Expertin????? Meinst Du echt? Ich würde das nicht so sehen, denn oft sind ja Autoren, vor allem, wenn sie viel schreiben, doch auch ein wenig festgefahren, oder? Finde Rezensionen von Viellesern interessanter

  2. Sandra sagt:

    Hallo Mella,

    ich sehe mich schon als Bloggerin vor dem Bloggen, also eigentlich schon lange vor meinem Roman. Denn schon bevor dieser fertig war, habe ich immer Buchtipps gegeben, wenn eben noch nicht im Blog sondern mündlich oder in E-Mails etc. Die meisten meiner Bücher über die ich schreibe sind recht weit weg von dem, was ich selbst geschrieben habe, und ich stimme dir vollkommen zu, warum soll ich z.B. keine Krimis und Thriller rezensieren, wenn es mein Lieblingsgenre ist, ich aber ziemlich sicher niemals in die Richtung gehen werde? Ausnahme hier die Schnapp-Worte, denn das musste einfach zum Thriller werden. Ich selbst stimme Claudia da auch ein wenig zu, wenn man nicht gerade Massen an Büchern schreibt, ist man sicherlich nicht festgefahren. Und überhaupt gehört es meiner Meinung nach beim Rezensieren dazu ein wenig offen zu bleiben. Es gibt Bücher von Menschen, die ich per Fernsehen, Zeitschriften usw. vielleicht absolut unsympathisch finde, Wenn diese Person aber ein gutes Buch geschrieben hat, denn das Einen schließt das andere ja nicht aus, muss ich mich selbst überzeugen können auch über drei Daumen hinaus zu bewerten. Nachher muss ich mit der Person ja nicht gemeinsam Feste besuchen etc.. Huuuih, das ist jetzt aber noch mal eine halbe Kurzgeschichte geworden :-D Habe fertig.

    Liebe Grüße
    Sandra

    • Mella sagt:

      Hui – noch ein Aspekt – Sympathie. Der ist mir komplett verlorgen gegangen, weil ich nicht auf Sympathie des Autors achte. Aber recht anfällig auf die Sympathie bei den Protagonsten bin, also ob ich diese mag. Zum Glück ist mir hier der Autor recht wurst, egal wie nett oder unnett ich ihn finde, es zählt nur das Buch.

      Ja, wer nur wenige Bücher schreibt ist sicher nicht festgefahren, trotzdem würde ich nicht zu ähnliche Bücher bewerten. Aufs Genre kann man das glaube ich nicht mal beschränken, man weiß ja nie, was man noch mal schreiben wird – so wie Du mit dem Thriller. Aber es gibt ja auch in den einzelnen Genres riesige Bandbreiten. Warum keinen Roman aus der Römerzeit bewerten, wenn man Mittelalter schreibt – beides historisch…..
      Aber Mittelalter Kaufmann in Köln und Mittelalter Handel in Wasserburg oder Burgkämpfe in Salzburg – die würde ich nie bewerten. Und wie gesagt, Du und ich wir sind eher noch als Blogger bekannt und wenn wir klar trennen…… dann sehe ich keine Probleme.
      Doch wenn es vermischt wird, da merke ich es schon

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