Interview mit Petra Schier

Foto: Uschi Blech, Bad Neuenahr-Ahrweiler

Foto: Uschi Blech, Bad Neuenahr-Ahrweiler

Petra Schier ist mir zuerst im Advent 2011 durch Ihren Adventskalender aufgefallen. Eine tolle Idee, bei der ich auch teilgenommen hatte. Dass ich dabei sogar ein Buch gewonnen habe, war das Tüpfelchen auf dem i, denn dadurch hat sie einen Fan gewonnen. Denn ihr Buch hat mich sofort überzeugt. Der Schreibstil, der Inhalt – es hat einfach gepasst. Weitere Bücher folgten und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Vor allem, da Petra sehr unterschiedliche Bücher schreibt und es so nicht langweilig wird. So sind neben historischen Romanen auch Weihnachtsromane und unter dem Pseudonym Mila Roth eine Spionage-Serie entstanden.

Es freut mich daher besonders, dass ich Petra Schier nicht nur persönlich kennenlernen durfte, sondern sie mir auch ein Interview zugesagt hat. Hier nun meine Fragen:

1. Du bist sehr vielseitig, von den Themen her, was Du schreibst. Wie sieht die Arbeit daran aus. Schreibst Du an verschiedenen Büchern gleichzeitig und wie schaffst Du auch den Spagat nicht durcheinander zu kommen, vor allem bei den verschiedenen Zeiten?

Zunächst einmal muss ich dazu sagen, dass ich hauptberuflich Schriftstellerin bin. Wäre dem nicht so, würde ich die Menge an Büchern gar nicht bewältigen können. Es ist immer so, dass ich an einem oder zwei Büchern schreibe, zu einem zukünftigen Projekt bereits recherchiere und für diverse neue Bücher bereits Ideen sammele.

Ich schreibe inzwischen oft, wenn auch nicht immer parallel an zwei Manuskripten, jedoch niemals an zwei Texten desselben Genres. Also zum Beispiel niemals zwei historische Romane gleichzeitig, das wäre viel zu anstrengend. Aber einen historischen und einen Weihnachts- oder einen Agentenroman, das geht schon, gerade weil die Themen so unterschiedlich sind, dass Verwechslungen von Personen oder Handlungssträngen grundsätzlich nicht möglich wären.

Ich dachte früher auch, dass eine solche Arbeitsweise nicht möglich ist, aber es geht sogar recht gut. Und da ich so wahnsinnig viele Ideen im Kopf habe, würde es auch anders gar nicht gehen. Ich müsste geschätzte 200 Jahre alt werden, wenn ich alle Bücher nur hintereinander weg schreiben dürfte. *lach*

2 Du schreibst Serien. Einmal die Adelina Reihe um die Apothekerin im Mittelalter, die ich unter historische Krimis einordnen würde. Und dann die Vorabendserie in Buchform (eine bessere Beschreibung gibt es dafür einfach nicht!) der Spionin wider Willen. Was fasziniert Dich an Serien? Und sind diese nicht auch schwerer zu schreiben, weil irgendwann die Luft raus ist?

Serien faszinieren mich deswegen, weil ich hierbei die Möglichkeit habe, die Entwicklung von Figuren und ihre Beziehungen zueinander großflächig anzulegen. Wenn man nur einen einzelnen Roman zur Verfügung hat, muss sich die komplette Entwicklung auf 350, 400 oder vielleicht auch 600 Seiten abspielen. Natürlich ist auch das spannend, aber bei einer Serie (oder Reihe) hat man die Möglichkeit, noch weiter zu differenzieren, die Figuren vor immer neue Herausforderungen zu stellen und auch Nebenfiguren mehr Platz einzuräumen.

Abgesehen davon liebe ich selbst auch Serien, sowohl in Buch- als auch in TV-Form. Es ist einfach schön, immer wieder zu altbekannten Figuren und Schauplätzen zurückzukehren. Viele meiner Leser nennen es ein „literarisches Nachhause kommen“, und so fühlt es sich auch für mich an. Wenn man sehr viel Herzblut und Arbeit in die Ausarbeitung von Figuren steckt, dann ist es oft zu schade, sie nach einem Buch sich selbst zu überlassen. Es ist einfach ein schönes Gefühl, lieb gewonnene Charaktere wiederzutreffen und sie noch ein weiteres Stück auf ihrem Weg zu begleiten. Bestenfalls werden die Romanfiguren wie zu guten Freunden der Leser, und gute Freunde besucht man gerne und regelmäßig.

3. Sind Serien schwerer zu schreiben als Einzelromane?

Ja und nein. Fangen wir mit dem „Nein“ an: Wenn man bereits ein Setting eingerichtet und recherchiert hat, fällt es wesentlich leichter, neue Geschichten dort einzufügen, denn das Grundgerüst besteht dann ja schon. Natürlich entwickeln sich Figuren weiter und es kommen neue hinzu, manchmal fallen auch welche weg. Aber man kann auf eine bereits vorhandene Grundlage aufbauen.

Nun zum „Ja“: Natürlich besteht bei jeder Reihe oder Serie die Gefahr, dass irgendwann die Luft raus ist. Das zu verhindern, ist nicht einfach. Man steht als Autor vor der Herausforderung, nicht nur einen gewissen Status quo aufrechtzuerhalten und den Lesererwartungen zu entsprechen, gerade was die Figuren und ihr Umfeld angeht. Man muss mit jeder neuen Folge auch einen Dreh finden, der überrascht, der immer wieder aufs Neue begeistert. Wenn man merkt, dass das nicht mehr funktioniert, sollte man als Autor tunlichst von selbst auf die Bremse treten und einen guten Abschluss finden.

Manchmal hilft es, einfach mal eine Weile Pause zu machen und sich anderen Projekten zu widmen. So ging es mit bei der Adelina-Reihe. Nach Band 3 (Verrat im Zunfthaus) war tatsächlich bei mir die Luft raus. Ich hatte das Gefühl, meinen Lesern nichts Neues mehr bieten zu können. Doch nach anderthalb Jahren (und vielen vielen „Bettelbriefen“ meiner Leser) kam dann wieder eine zündende Idee. Allerdings vermutlich nur, weil ich mal ganz von Adelina Abstand genommen und mich meiner Aachen-Trilogie gewidmet hatte. Und mit der Idee zu Band 4 kam dann im Gepäck gleich noch ein weiterer Geistesblitz für einen fünften Band.

Meine Spionage-Serie wiederum ist von vorneherein ganz anders angelegt. Hier habe ich langfristig mit vielen (relativ kurzen) Episoden geplant, die wie bei einer TV-Serie in Staffeln zu je 12 Folgen erscheinen sollen. Natürlich besteht auch hier immer die Gefahr, dass die Leser ermüden, wenn ich nicht ständig aufpasse und mir etwas einfallen lasse, dass das Publikum bei der Stange hält. Die reinen Krimi-Plots würden hierzu niemals ausreichen. Serien, egal welcher Art, fesseln vor allem durch die Figuren, ihre Entwicklung und ihre Beziehungen zueinander. Hier muss ich ansetzen und einen Rhythmus finden, der die Leser dazu bringt, immer mehr zu wollen. Das funktioniert, weil ich niemals alles in einer Episode enthülle, sondern häppchenweise. Gerade so viel, dass die Leser begeistert sind, wieder eine neue Facette an den ihnen ans Herz gewachsenen Figuren entdeckt zu haben, aber auch genau so wenig, dass das Bedürfnis nach mehr geweckt wird.

Das klingt jetzt sehr berechnend und manipulativ – aber genau das ist es auch. Es ist exakt das, was alle guten Serienschreiber tun, und noch viel deutlicher sieht man es bei TV-Serien. Warum sonst schalten wir bei unserer Lieblingsserie jede Woche (oder gar jeden Tag) pünktlich zur selben Uhrzeit wieder ein? Warum lassen wir alles stehen und liegen, um die nächste Episode verfolgen zu können? Weil wir gefesselt sind, und zwar aus den genannten Gründen. Diese lassen sich bis zu einem gewissen Grad eben auch auf Bücher übertragen, und das ist es, was ich versuche. Solange meine Leser nach mehr verlangen, sprich die Verkaufszahlen und das Feedback (von Lesern und Verlag) erfreulich bleiben, mache ich es wohl richtig.

4. Wie wird es weiter gehen? Du schreibst gerade am 5. Band der Adelina-Reihe und am 4. Band der Spionageserie. Verrätst Du uns ein wenig darüber und vor allem, wann erscheinen sie? Und gibt es dieses Jahr auch wieder ein Weihnachtsbuch?

Der fünfte Band der Adelina-Reihe hat den Titel „Verschwörung im Zeughaus“ und wird im Juli 2013 erscheinen. Vorbestellbar ist er im Online-Buchhandel bereits. Diesmal gerät Adelinas Halbbruder Tilmann Greverode, der Hauptmann der Kölner Stadtsoldaten, ins Visier der Obrigkeit, weil ihm vorgeworfen wird, einen anderen Hauptmann ermordet zu haben. Wer Adelina kennt, der weiß, dass sie für die Ihren wie eine Löwin kämpft, und das schließt natürlich auch ihren Bruder mit ein, auch wenn die beiden nicht gerade ein Herz und eine Seele sind. Es kommt natürlich, wie es kommen muss: Adelina verstrickt sich in gefährlichen Klüngel des Kölner Stadtrates und muss sich schließlich entscheiden, ob sie ihren Bruder verraten soll, um ihre Familie zu schützen.

Ein neues Weihnachtsbuch gibt es selbstverständlich auch dieses Jahr: „Der himmlische Weihnachtshund

Diesmal findet Santa Claus bei Renovierungsarbeiten einen 20 Jahre alten Wunschzettel. Um sein Versäumnis wiedergutzumachen, schickt er dem Jungen von damals, der inzwischen ein erfolgreicher Geschäftsmann geworden ist, einen kleinen Labradorwelpen, er dessen leben gehörig auf den Kopf stellt. Natürlich kommt wie immer auch die Liebe nicht zu kurz.

Eigentlich hatte ich nicht vor, die Weihnachtsbücher im Verlag Rütten & Loening fortzuführen. Vielmehr war mein Plan, dies zukünftig auf eigene Kappe zu tun. Doch gerade vor ein paar Tagen hat mir mein Agent ein Angebot des Verlags vorgelegt, das ich nicht ausschlagen konnte. Die Weihnachtsgeschichte als Hardcover in gewohnter Form ist also auch für 2013 gesichert.

 Zum vierten Band meiner Spionage-Serie kann ich momentan noch nichts verraten, außer dass als Erscheinungstermin Anfang März 2013 angepeilt ist. Ich bin derzeit noch auf der Suche nach einem passenden Titel, und auch der Plot ist noch nicht so weit ausgereift, dass ich schon Details verraten möchte. Nur so viel sei gesagt: Alle, die nägelkauend darauf warten, wann das erste „Du“ zwischen Janna und Markus fällt, dürfen schon mal guter Hoffnung sein. ;-)

5. Eine Frage zu den Adelina-Büchern. Du veröffentlichst thematisch passend hierzu auf Deiner Webseite und auch bei Facebook regelmäßig historische Rezepte. Neben der Frage, ob Du diese schon probiert hast, interessiert mich viel mehr, warum sind diese nicht auch im Buch, z. B. im Anhang, zu finden?

Nicht alle, aber sehr viele dieser Rezepte habe ich bereits selbst ausprobiert. Die meisten munden hervorragend, andere sind – wie alle Rezepte – Geschmackssache. Dass ich diese nicht in den Adelina-Büchern veröffentliche, hat einfach den Hintergrund, dass es thematisch nicht passen würde. Zwar ist Adelina für ihre Kochkunst bekannt, aber bislang habe ich noch keine Notwendigkeit gesehen, ein spezielles Rezept für ein Buch auszuwählen. Auf meiner Homepage, besonders im Bereich „Adelinas Welt“ (www.adelinas-welt.de) stelle ich ja nicht nur Hintergründe und Details zu den Adelina-Romanen zusammen. Diese „Welt“ ist einfach das Lebensumfeld der Menschen im ausgehenden 14. und beginnenden 15. Jahrhundert. Deshalb gibt es auch andere Themenbereiche zu entdecken, wie zum Beispiel die Musik der damaligen Zeit.

Jeweils ein historisches Rezept findet man allerdings in jedem der drei Bände der Aachen-Trilogie, und zwar, weil genau jene Speisen auch in der jeweiligen Geschichte zu finden sind.

6 Du engagierst Dich sehr für junge Autoren und Schriftstellerkollegen. So stellst Du auf Deiner Webseite viele Infos hierzu zur Verfügung und Du bist bei DeLiA sehr aktiv. Erzähl mir hierzu bitte ein wenig und auch zu Deiner Motivation dazu. Danke.

 Ich helfe einfach gerne (habe aber mitnichten ein Helfersyndrom *lach*, kann also durchaus auch mal Nein sagen, wenn etwas wirklich nicht machbar ist). Die vielen Informationen auf meiner Homepage habe ich zusammengestellt, weil ich mir genau das zu Beginn meiner Karriere gewünscht hätte. Jemand, der mir im Klartext erklärt, wie der Literaturmarkt funktioniert, was ich alles tun kann und wovon ich besser die Finger lassen sollte. Es freut mich ungemein, dass ich schon so vielen angehenden (und manchmal auch gestandenen) Autoren weiterhelfen konnte. Es zeigt, dass hier ein großer Informationsbedarf besteht. Dem werde ich ab kommendem Jahr noch dadurch Rechnung tragen, dass ich (auf Wunsch vieler Kollegen) einen bzw. zwei Autorenratgeber zusammenstellen werde. Einen zu den Alltagsproblemen und -Herausforderungen des Autorendaseins, einen weiteren zum Thema Marketing.

Die weitaus höchsten Klickzahlen verbucht übrigens auf meiner Homepage der Bereich mit den Adressen der Literaturagenturen. Darauf bin ich besonders stolz, denn es ist tatsächlich die derzeit größte und aktuellste Datenbank von seriös arbeitenden Literaturagenturen im deutschsprachigen Raum. Ich überprüfe höchstpersönlich einmal pro Jahr alle Angaben, indem ich Kontakt zu den Agenturen aufnehme. Ganz besonders freut mich, dass viele Agenturen sich mittlerweile auch von sich aus melden, wenn sich bei ihnen etwas geändert hat oder einfach, um mir mitzuteilen, wie wichtig und sinnvoll sie diese Datenbank finden. Inzwischen gibt es sogar schon Bewerbungen von Agenturen, die in die Liste aufgenommen werden möchten.

Zusätzlich bin ich nicht nur bei DeLiA (Vereinigung von Autor/innen deutschsprachiger Liebesromane) sehr aktiv, sondern betreue auch einen Teil des Homepage- und Facebook-Auftritts von Quo Vadis (Vereinigung von deutschsprachigen Autoren historischer Romane).

DeLiA ist aber auf jeden Fall mein Schwerpunkt, nicht nur, weil ich sie für die beste und netteste Autorenvereinigung der Welt halte. :-) In meinen Büchern geht es immer auch um Liebe, manchmal als Nebenhandlung, meistens aber als eines der Hauptbestandteile des Plots. DeLiA will den deutschsprachigen Liebesroman in all seinen Facetten und Ausformungen fördern, und das ist halt „genau mein Ding“. Deshalb, aber auch weil ich zu den wenigen DeLiAs gehöre, die auch technikaffin sind, betreue ich die Homepage der DeLiA-Liebesromantage (www.delia-liebesromantage.de) sowie mit einigen Kolleginnen gemeinsam unseren Facebook-Auftritt. Ich war drei Jahre lang Jurorin des DeLiA-Literaturpreises und seit 2012 führe ich den Vorsitz über die Jury. Das bedeutet, ich muss nicht mehr mitlesen, verwalte aber die Einsendungen, moderiere die Mailingliste der Juroren und kümmere mich um die Ausschreibung und alles Organisatorische, das mit dem Literaturpreis zu tun hat. Dementsprechend bin ich auch die Ansprechpartnerin für Verlage und Autoren, die gerne Bücher einreichen möchten.

7 Ich empfinde Dich als sehr fortschrittlich, was die Vermarktung Deiner Bücher angeht und der Erfolg scheint Dir Recht zu geben. So hast Du z. B. ein eigenes Rezensenten-Team und veranstaltest auch selbst Leserunden und bist in sozialen Netzwerken sehr aktiv. Was würdest Du sagen, was hilft Dir am Meisten bei der Vermarktung?

 Am meisten? Eine Mischung aus allem, was du gerade genannt hast plus eine große Leidenschaft für Lesungen.

Man kann nicht genau sagen, welche Marketingmaßnahme es nun genau war, die den Verkauf eines Buches gefördert hat. Ich halte es für wichtig, an vielen Fronten gleichzeitig zu kämpfen, jedoch nicht zwingend an allen verfügbaren. Damit würde man sich verzetteln. Ich konzentriere mich auf Facebook, Twitter läuft zudem nebenher, weil ich beides miteinander verknüpft habe. LovelyBooks ist auch eine nicht zu unterschätzende Marketing-Plattform, die Autoren auf vielfältige Weise nutzen können.

Zweites Standbein ist mein eigenes Forum, das ganz leicht über meine Homepage erreicht werden kann. Dort biete ich immer die erste Leserunde zu einem neuen Buch aus meiner Feder an, sowie in Abständen auch immer wieder „Wiederholungstäter-Leserunden“, also Leserunden zu meinen älteren Titeln. Natürlich begleite ich auch liebend gerne Leserunden in anderen Foren, aber mir ist es wichtig, dass ich die allererste Runde zu einem Buch immer in meinem Forum stattfinden lasse und so den dortigen treuen Lesern als Erstes die Gelegenheit zum Austausch über einen neuen Roman gebe.

Das dritte Standbein ist mein wunderbares Rezensenten-Team, das inzwischen über 100 Mitglieder zählt. Über eine Mailingliste werden diese immer als Erstes informiert, wenn es Rezensionsexemplare zu einem meiner Bücher gibt. Natürlich müssen Bewerber für das Team gewisse Kriterien erfüllen (die man auf meiner Homepage nachlesen kann), aber so schrecklich hoch sind die Hürden nicht. Hauptsächlich gehr es darum, dass ein Rezensent, wenn er bzw. sie denn ein Freiexemplar erhält, auch in absehbarer Zeit (in der Regel zwischen 6 und 9 Wochen) tatsächlich eine Rezension zum entsprechenden Titel veröffentlicht. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, nicht wahr? Menschen, die nur Bücher horten, jedoch nie rezensieren, fliegen ohne Vorankündigung wieder aus dem Team raus. Ich überprüfe das nämlich sehr akribisch. :-)

Und da sind wir bei dem Punkt, über den viele Autoren laut stöhnen: Selbst-Marketing ist zeitraubend. Wer es so intensiv betreibt wie ich, ist in der Regel hauptberuflich Schriftsteller und hat noch dazu viel Spaß an solchen Marketingmaßnahmen.

Wichtig bei allen diesen Bemühungen ist es, eine Sache bzw. besser gesagt eine Person immer im Zentrum aller Aktivitäten zu sehen: den Leser.

Die Leser sind es, für die ich meine Bücher schreibe, sie sind es schließlich auch, die darüber befinden, ob meine Bücher floppen oder erfolgreich sind. Deshalb ist immer meine erste Überlegung: Was kann ich für meine Leser tun, womit sie (neben guten Büchern) erfreuen? Denn die glücklichen und zufriedenen Leser sind es, die dann mich und meine Bücher ihrer Familie, ihren Freunden und Bekannten weiterempfehlen und hibbelig darauf warten, wann das nächste Buch von mir erscheint.

8 Müssten andere Autoren hier auch aktiver werden? Denn bei vielen ist es ja auch eine Zeitfrage.

 Ja, ich denke schon, dass es einige Autoren gibt, die bei Weitem nicht ihr verfügbares Potenzial ausschöpfen. Das ist tatsächlich meistens eine Zeitfrage, aber auch eine Sache der Persönlichkeit. Es gibt nun einmal Menschen, denen es nicht liegt, sich wie z. B. auf Facebook, einer breiten Masse von Menschen zu präsentieren, sich immer wieder Neues einfallen zu lassen, um das Interesse zu wecken oder aufrechtzuerhalten. Diese Autoren möchten einfach nur eines: schreiben. Und das ist schließlich auch das Wichtigste – wir wollen alle gute Geschichten verfassen. Wer sich darüber hinaus lieber zurückhält und die Werbung dem Verlag überlässt, hat selbstverständlich nicht falsch gemacht. Denn wer nicht der Typ für offensives Auf-die-Leser-Zugehen ist, der würde vermutlich beim dem Versuch mehr falsch machen als richtig.

Für alle anderen ist es tatsächlich mehr das Zeitproblem. Und da ist mein Rat, sich den Bereich herauszusuchen, der einem am besten liegt und sich erst einmal darauf zu konzentrieren. Man muss ja nicht 24 Stunden am Tag online sein, um sich z. B. auf Facebook zu präsentieren. Ein paar Minuten hier und da können erst einmal schon ausreichen.

Wenn sich dann irgendwann neue Zeitfenster öffnen und man Lust hat, etwas Neues auszuprobieren, kann man das immer noch.

9 Du hast nun viel Kontakt zu Bloggern. Was würdest Du Dir als Autor von uns wünschen? Was können wir verbessern oder was fehlt noch?

Ich wünsche mir, dass ihr so weitermacht, wie ihr das bisher schon tut. Blogger leisten einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum Erfolg von Büchern und damit Autoren. Vernetzt euch, wie ihr das ja bereits tut, vielleicht stellt ihr auch mal ein Gemeinschaftsprojekt auf die Beine? Blog-Touren werden immer populärer, das ist sicherlich auch einer von vielen möglichen Ansatzpunkten.

Aber alles in allem würde ich behaupten, dass eure Beiträge aller Art und selbstverständlich eure Rezensionen es sein sollten, die auch zukünftig im Mittelpunkt eurer Aktivitäten stehen sollten.

10 Als Blogger erfahre ich immer wieder, dass Berührungsängste zwischen Autor / Leser / Blogger bestehen. Jetzt frage ich Dich einfach:

a)       Über welche Kontaktaufnahmen freust Du Dich besonders?

  1. Von Lesern
  2. Von Bloggern

 Sowohl als auch! Ich mache da keinerlei Unterschied. (An-)Fragen und Feedback von beiden Seiten sind mir immer höchst willkommen, ob nun per E-Mail oder über die sozialen Netzwerke, mein Forum oder auch persönlich, zum Beispiel auf Lesungen.

b)       Welche Erfahrungen und Tipps hast Du bei Kontakt, der von Dir ausging?

 Bisher nur gute Erfahrungen. Ich erlebe Blogger aber auch Otto-Normalleser als überwiegend nette, hilfsbereite und offene Menschen.

Ein Tipp, den ich anderen Autoren geben würde, wäre höchstens, dass sie euch Blogger nicht unter Zeitdruck setzen und sich vorab informieren sollten, ob der jeweilige Blog auch zum eigenen Buch passt. Viele Blogger haben ja ganz eindeutige Schwerpunkte. Auch darf man nicht erwarten, dass jedes Buch oder eBook innerhalb von drei Tagen gelesen und rezensiert wird. Das ist schlichtweg unmöglich. Ein gutes Maß an Geduld und vor allem Höflichkeit sollte also schon vorhanden sein.

Umgekehrt kann ich Bloggern, die vielleicht Berührungsängste mit Autoren haben, gerade wenn diese sehr bekannt sind, nur raten: Traut euch! Wir Autoren sind zum allergrößten Teil sehr liebe und nette Menschen und wir freuen uns riesig, wenn wir Feedback oder nette Anfragen zu Aktionen bekommen. Es gibt natürlich auch Autoren, die geradezu bombardiert werden, gerade mit Anfragen zu Freiexemplaren. Vielleicht fällt euch stattdessen (als Einstieg) ja etwas anderes ein, wie zum Beispiel das Angebot eines Gastbeitrags in eurem Blog, ein Interview oder etwas ganz anderes?

11 Gleich ist es geschafft. Was liest Du eigentlich ganz privat gerne? Also neben den Pflichtlektüren als Autor und Jury-Mitglied – oder hast Du gar keine Zeit mehr dazu?

 Zum privaten Lesen fehlt mir tatsächlich meistens die Zeit oder ich bin vom ständigen Arbeiten am PC zu müde dazu. Wenn ich es doch mal schaffe, dann habe ich aber keinen wirklichen Schwerpunkt oder ein Lieblings-Genre. Klassische Krimis lese ich allerdings kaum, Fantasy nur in Ausnahmefällen. Liebesromane (zum Beispiel sehr gerne die von Nora Roberts) mag ich sehr, historische Romane zum Teil auch. Hier vor allem die von Andrea Schacht und Helga Glaesener.

Was ich immer wieder gerne lese (deutsch und englisch) ist alles von Jane Austen.

Auch gute Fan Fiction zu meinen Lieblingsserien (hauptsächlich auf Englisch) lese ich sehr gerne.

Und noch die Frage meiner Kinder: Welche Noten hattest Du in der Schule?

 Och, die waren eigentlich ziemlich gut. In Deutsch und Englisch war ich immer Einser- und Zweierkandidatin. Aufsätze musste ich grundsätzlich immer vorlesen! Das mochte ich gar nicht, denn damals war ich noch mehr introvertiert. Inzwischen liebe ich es, auch meinen Romanen vor Publikum zu lesen. So ändern sich die Zeiten.

Mathe war immer im Zweier- bis Dreierbereich, Sport ebenfalls, je nachdem, was auf em Lehrplan stand. Geräte- und Bodenturnen war z. B. gar nicht mein Ding. Grrr, da kriege ich heute noch Gänsehaut!

Französisch war auch immer eine gute Zwei, obgleich von sieben Jahren Unterricht nicht mehr sooo viel hängengeblieben ist. Na ja, vermutlich ist das ganze Wissen noch irgendwo in meinem Hinterkopf verstaut. Ich benutze es bloß nie, weil Französisch nicht so „meine“ Sprache ist, im Gegensatz zu Englisch, was ich heiß und innig liebe.

Die ganzen Naturwissenschaften, also Physik, Chemie, Biologie brachten mir immer gute Dreien, und die übrigen Nebenfächer bewegten sich auch meistens im Zweiter- bis Dreierbereich.

Eine gute Schülerin also. Ich hatte das Glück, dass mir der meiste Unterrichtsstoff regelrecht „zugeflogen“ ist. Ich musste nie wirklich hart büffeln für Klassenarbeiten oder Prüfungen. Auch heute fällt mir das Lernen recht leicht, deshalb bilde ich mich auch so gerne in allen möglichen Bereichen weiter und schnappe Neuerungen, z. B. in den sozialen Netzwerken, immer sehr schnell auf. Da ich darüber hinaus immer gerne alles selbst mache, probiere ich vieles aus, bis ich weiß, wie es geht. :-)

Jetzt ist noch Platz für Werbung: Wo findet man Petra Schier bzw. Mila Roth überall? Also Webseiten, Facebook, Twitter, Lovelybooks etc.

 Puh, mach dich gefasst auf eine laaange Liste:

Petra Schier im Internet:

Autorenhomepage: http://www.petra-schier.de

Blog: http://www.blogpost.petra-schier.de

Forum: http://www.petras-forum.petra-schier.de

 Blog und Forum gelten auch für Mila Roth!

 

soziale Netzwerke:

Facebook: http://www.facebook.com/PetraSchier

Twitter: http://www.twitter.com/Petralit

LovelyBooks: http://www.lovelybooks.de/autor/Petra-Schier/

YouTube: http://www.youtube.com/Petralit

Google+: https://plus.google.com/106018665374350333696

 Twitter, YouTube und Google+ gelten auch für Mila Roth!

 

Mila Roth im Internet:

Autorenhomepage: http://www.mila-roth.de

Facebook: http://www.facebook.com/MilaRoth

LovelyBooks: http://www.lovelybooks.de/autor/Mila-Roth/

 

Vielen Dank Petra, für dieses wundervolle und aussagekräftige Interview. Es hat mir irrsinnig viel Spaß gemacht, die Antworten zu lesen und heute ist genau der richtige Tag dafür. 

 

 

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8 Kommentare bis “Interview mit Petra Schier”

  1. Iris sagt:

    Jetzt bin ich aber platt. Vor kurzem habe ich „Der himmlische Weihnachtshund“ gelesen und mir nichts weiter über die Autorin gedacht. Da erfahre ich jetzt hier, dass es sozusagen Mila Roth ist, von der ich schon Einiges kenne. Vor diesem Hintergrund werde ich mich dann vielleicht doch auch endlich mal an was Historisches aus der Reihe um Adelina trauen. Historisches meide ich ja gerne, aber wenn da so viel Krimi drinsteckt und Mila Roth mitmischt, mach ich mal einen Versuch.

    • Mella sagt:

      Mach das auf jeden Fall. Die Reihe ist echt gut. Aber auch die Aachentrilogie ist super……
      Sollte ich auch mal ein Wanderbuch anbieten? vielleicht von Adelina??

      • Iris sagt:

        Ja, das wäre toll. Genau die richtige Schnuppermethode. Und wenn du es in die Gruppe stellst, schreib mich gleich als Interessentin dazu ;) neeeeee, kann ich natürlich selbst machen.

  2. Vielen Dank für das tolle Interview.
    Gerade gestern habe ich den himmlischen Weihnachtshund gelesen.
    Sie schreibt schnell und leicht lesbar. Das Buch fand ich gut, auch wenn es manchmal ziemlich hineingeworfen wirkte. Am Ende soll doch alles gut sein. :)
    Nein ehrlich, ich würde gerne ein weiteres Buch von ihr lesen-. :)
    LG Timm

  3. Daggi sagt:

    An ihrem Adventskalender habe ich letztes Jahr auch teilgenommen und nehme dieses Jahr auch wieder teil, wenn ich dran denke :D

  4. Sandra sagt:

    Danke das Du Petra Schier Löcher in den Bauch gefragt hast, ich habe Dein Interview sehr gebahnt gelesen, klasse. Sie kommt so sympathisch rüber und so einfühlsam, Respekt.

    Liebe Grüße
    Sandra

  5. […] zu lesen. Sehr interessant, sie hat der armen Frau Löcher in den Bauch gefragt und das war gut so. Bringt ein wenig Zeit zum Lesen mit, es lohnt […]

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