Wie dick sollte ein Buch sein?

Meine Freundin und ich lesen momentan recht ähnliche Bücher. Darunter neben sehr dicken Büchern auch sehr dünne Bücher. Jetzt wollt ihr sicher wissen, was wir darunter verstehen:

Sehr dicke Bücher sind Bücher über 700 Seiten.

Sehr dünne Bücher sind Bücher mit etwa 120 bis 160 Seiten.

Dabei ist uns folgendes aufgefallen:

Weniger ist manchmal mehr

Ich hatte zuletzt ein Buch in den Händen und wohlweislich hier nicht rezensiert, denn dann hätte ich schreiben müssen: „Hätte das Buch 300 bis 400 Seiten weniger, wäre es gut“. Denn die Autorin hatte hier wirklich alles und jeden Fuzel beschrieben. So saßen sie auf der Terrasse und es entstand eine Gesprächspause. Diese Gesprächspause wurde gefüllt durch eine Beschreibung, dass der Wind leicht wehte, die Blätter sich bewegt haben und es immer noch lauwarm war.  Das alles war aber echt unnötig für die Geschichte an sich!  Es war so für mich als Leser sehr sehr schwer aus den ganzen Text die wichtigen Passagen für die Geschichte herauszufinden.

Meiner Freundin geht es ähnlich. Sie ist gerade von einer Serie um einen Wikinger genervt. In der ersten Folge sollte er eine Burg bekommen. In der zweiten Folge hat er sie immer noch nicht, genauso wie in der 3. Folge. Irgendwann muss doch mal Schluss sein. Entweder er bekommt die Burg (und hat in den Folgeteilen Probleme damit) oder er stirbt.

Aber es geht auch anders. Warum nicht ein wenig kürzen und aufpassen, dass man sich nicht verzettelt. Das ist nämlich auch eine Gefahr, wenn alles bis ins Detail beschrieben wird oder der Leser mit detailgenauen Beschreibungen gelangweilt wird. Es muss auch Platz für die Fantasie sein.

und

Zu wenig darf es auch nicht sein!

Zu viel Platz für die Fantasie kann in zu kurzen Büchern vorkommen. Doch hier haben wir beide eher andere Phänomene festgestellt. Die Bücher sind gut. Keine Frage. Aber zu kurz! Könnte hier nicht noch ein wenig ausführlicher geschrieben werden? Noch eine Wendung? Was bringt es mir, wenn ich ein absolut tolles Buch habe, ich es aber unbefriedigt zuschlagen muss, weil mir das Lesevergnügen zu kurz ist?

Mir und auch meiner Freundin geht es vor allem bei Büchern von unter 150 Seiten so. Irgendwie fehlt da noch was. Ein wenig mehr. So dass man es auch als Buch titulieren kann und nicht als Heft. Denn ein Roman ist es, aber keine Kurzgeschichte.

Ach Menno, ich kann es nicht vernünftig beschreiben, doch haben meine Freundin und ich beschlossen, uns sind Bücher zwischen 200 und 600 Seiten am liebsten. Denn hier passt meist alles. Die Menge, die Ausführlichkeit, ohne großartiges Verzetteln.

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6 Kommentare bis “Wie dick sollte ein Buch sein?”

  1. Tina sagt:

    Also ich finde „mitteldicke Bücher“ triffts :-)  

    Unter 150 Seiten finde ich auch schwierig, aber selbst die können langweilig sein. Es kommt halt immer auf den Autor an. Es gibt auch welche da würde ich selbst einen 1000 Seiten starken Wälzer unbesehen kaufen *gg* Aber grundsätzlich finde zwischen 200 und 600 auch am angenehmsten.

    LG

    Tina

  2. Iris sagt:

    Unabhängig von der Seitenzahl ist das doch der berühmte Unterschied zwischen Quantität und Qualität. Qualität überzeugt eben, egal auf wie vielen Seiten.

  3. Susanne K sagt:

    ja, ich denke auch meistens zwischen 200  -600 Seiten, vielleicht 2-3 Fortsetzungen sind ok und versprechen gutes Lesevergnügen- aber Ausnahmen gibt es natürlich immer wieder.

    Autoren, die auf 100 Seiten eine wundervolle Geschichte erzählen können und man den Eindruck hat ein Buch zu lesen (wenn es mir begegnet werde ich es erwähnen) oder auf ca 1000 Seiten (da habe ich auch schon so meine Favoriten gefunden) absolut kurzweilig und spannend eine Geschichte darstellen können

     

    • Mella sagt:

      Ausnahmen bestätigen immer die Regel. Klar habe ich auch Bücher, die sehr kurz sind und klasse, genauso wie richtig dicke Wälzer. Doch sind die eindeutig die Ausnahme.

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