Manche Protagonisten nerven mich

Zur Zeit erwische ich mich immer öfter dabei, dass ich Bücher in die „Ecke schmeiße“ (sinnbildlich gesprochen), weil ich die Protagonisten nicht ausstehen kann.

Es liegt nicht am Schreibstil des Autors, oder dass die Geschichte selbst nicht gut oder spannend erzählt wurde. Nein, oft ist das Gegenteil der Fall. Trotzdem mag ich das Buch nicht. Ganz und gar nicht. Das habe ich nun bei zwei Büchern verschiedener Autoren bei mir beobachtet. Es liegt auch nicht an einer Leseflaute, denn das Buch danach habe ich wieder regelrecht verschlungen.

Woran lag es also, dass ich diese beiden Bücher nicht lesen wollte.

Beim einen lag es unter anderem am Thema – ich mag Geschichten über Stalker nicht besonders gerne. Und ich brauche eine klare Trennung zwischen Gut und Böse. Dass ein Polizist sich dann vom Bösen bestechen oder einlullen lässt aber bei den Guten weiter mitermittelt und sabotiert – nein – solche Personen mag ich nicht! Und wenn sie dann eine der Hauptpersonen sind und zusätzlich das Gute sabotieren…… BAAAAAAAH!

Nicht mein Ding.

Beim anderen Buch war ich schon misstrauischer, warum ich das Buch nicht mochte und habe genauer darüber nachgedacht. Hier war es die Hauptperson, die mir unsympathisch war. Und zwar weil es eine ichbezogene Persönlichkeit war, die nur an sich selbst zuerst gedacht hat. Nur ihre Gefühle haben gezählt, nur ihr ging es schlecht und sie wollte ihr mieses Gefühl in Alkohol ertränken, aber ganz normal weiter machen.

Klar hat jeder mal so Phasen in seinem Leben, wo man selbst mal im Mittelpunkt stehen muss. Das sind aber meist die Phasen im Leben, bei denen die Umwelt mit am Meisten leidet. Ich mag diese nicht besonders und ich finde Personen, die das so richtig zelebrieren sehr sehr unsympathisch. Daher war mir diese Protagonistin auch sehr unsympathisch. Dazu insgesamt noch ein Schreibstil oder ein Buch, welches maximal bei 3 B`s gelandet wäre und ich habe es auf die Seite gelegt.

Ob ich es noch mal jemals heraus hole? 

Ich persönlich wohl eher nicht, obwohl ich weiß, dass manche Leute sagen, sie waren manchmal noch nicht reif für ein Buch und Jahre später hat es ihnen echt gut gefallen. Aber ich bin ein Mensch, der seine Entscheidung fällt und nur mehr selten davon abweicht. Das bedeutet nicht, dass ich in ein paar Jahren ein ähnliches Buch nicht genial finden würde, doch das Gleiche werde ich wohl nicht lesen, einfach weil es schon negativ für mich behaftet ist.

Warum ist das so?

Ich gehe mal davon aus, dass ich mich durch ein paar Bücher mal durchgequält habe. Unter anderem, weil es eben Rezensionsexemplare waren, oder weil ich mitreden wollte. Mich dann in Büchern mit Personen zu beschäftigen, denen ich im normalen Leben nach dem ersten Gespräch tunlichst aus dem Weg gehen würde und die es im Netz nie auf meine Freundesliste geschafft hätten – das war wohl manchmal des Guten zu viel. Daher brauche ich Protagonisten, mit denen ich mitfühlen kann. Zumindest einer muss dabei sein, wenn es mehrere sind, umso besser, aber einen Sympathieträger brauche ich wohl.  Wenn dieser fehlt – dann tu ich mir das nicht mehr an. Vor allem, wenn es kein Rezensionsexemplar ist.

Auch liegt es vielleicht daran, in welcher Phase des Lebens ich mich befinde. Als Jugendliche habe ich Karl May verschlungen. Als ich als Erwachsene vor kurzem mal ein Buch von ihm angelesen habe, konnte ich mich nur noch fragen, was mir daran jemals gefallen hat. Die Antwort suche ich bis heute noch….

Zum Glück ist hier jeder Mensch anders und jeder findet etwas anderes nett und sympathisch. So wird weiterhin jedes Buch seine Leser finden, doch ich werde mich von Büchern, deren Protagonisten mich nerven fern halten.

Wenn es irgend möglich ist, rezensiere ich diese auch nicht. Ganz einfach – weil ich es sehr unfair finde, wenn die Bewertung schlecht ausfällt, weil der Protagonist mir nicht passt. Wenn ich diese Bücher bewerten muss, dann steht genau das aber auch drin.

Wie haltet ihr das so? Fließt die Sympathie mit den Figuren in die Bewertung mit rein? Was macht ihr, wenn das Buch aus lauter Unsympaten besteht?

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8 Kommentare bis “Manche Protagonisten nerven mich”

  1. Iris sagt:

    Also, für mich bleibt ein Buch immer noch ein Buch und ich finde es oft gerade interessant, dort mit Charakteren konfrontiert zu werden, denen ich im richtigen Leben eher aus dem Weg gehen würde. Wenn ich ein Buch ablehne, dann liegt das meistens am Grundthema und nicht an Einzelfiguren oder am Stil bzw. der Komposition (ich hasse es z.B., wenn Dinge zu leicht vorhersehbar sind oder total abstrus konstruiert).
    LG Iris

  2. Tina sagt:

    Ich habe es auch lieber, wenn wenigstens ein Protagonist mir sympathisch ist :-) Wenn es nicht gerade ein Rezensionsexemplar ist, lese ich so ein Buch auch meist nicht zu Ende – dafür ist mir meine Zeit dann zu schade. Das Karl-May-Phänomen kenne ich übrigens auch *gg*

    LG
    Tina

    • Mella sagt:

      Es dürfen ruhig A*** und Unsympathen vorkommen, es soll ja auch einen bösen Gegenspieler geben. Interessant wird es in gewissen Maße, wenn mir der Böse sympathisch ist *ggg*

  3. Jenny sagt:

    Geht mir eigentlich so wie Dir, ich muss zumindest eine/n Protagonisten im Buch haben den ich mag bzw sympathisch finde, da darf der andere aber auch ruhig ein Ar*** sein. Aber wenn ich mit keinem warm werde dann hat es für mich auch keinen Sinn das Buch weiter zu lesen, dafür ist mir meine Lesezeit zu wertvoll. Hab mich auch schon durch Bücher gequält, weil ich dachte: komm andere finden das ganz toll, kann ja sein das dir das nicht gefällt, oder: es eben ein RE war was gelsen werden „musste“ oder: gehypt wurde wie SoG. Aber das nach ich heute nicht mehr, wenn ich nach den ersten Seite merke das funktioniert nicht, dann weg damit, liegt noch genug auf dem SuB was gelesen werden will.

    Schreibstil und die Richtung die ein Buchgeht ist natürlich auch wichtig.

    Aber ich denke man sollte tatsächlich auch so Konsequent sein, wenn man einmal die Entscheidung getroffen hat, dass das Buch nichts für einen ist und weg legt es auch da liegen zu lassen. Natürlich ändert sich der Lesegeschmack und wenn ich merke ich kann i.M nichts mit Krimi anfangen dann beleiben die erst mal liegen, bis ich merke „so jetzt muss mal wieder ein anderes Genre her“ was ja aber nichts mit dem Schreibstil, Richtung oder Protagonisten des Buches zu tun haben.

    Karl May hab ich nie gelesen, brereuhe es aer auch nicht. Als Jugendliche war ich schon ein Fantasy/Mystery Leserin, da erinnere ich mich gerne an den Spanienurlaub mit meiner Mama, da gabs diese Büchlein ähnlich der Schnulzromane, nur eben Mystery, die mussten dann da sogar nach gekauft werden. :-D

    • Mella sagt:

      Ja, ich bin da auch konsequent, doch bei mir haben sie bis Seite 100 Zeit. Doch wenn ich bis dahin mich nur ärgere….
      SoG ist so ein Paradebeispiel, noch schlimmer fand ich Biss

  4. Mara Becker sagt:

    Ich breche selten Bücher ab, da ich von bestimmten Genre kein Buch kaufe. Fantasy und Erotikschnulzen sind überhaupt nicht mein Ding. Auch nordische Krimis/Psychos landen nicht auf meinem Tisch, komme mit deren Art einfach nicht zurecht, auch wenn sie noch so hoch gehypt werden. Sollte ich doch mal an ein Buch geraten, das sich in eine der von mir nicht bevorzugten Richtungen wendet, wie z. B. das Drogenmillieu, dann suche ich immer einen Cliffhänger oder einen Protoagonisten, von dem ich unbedingt erfahren muss, was mit ihm geschieht. Ist dazu aber der Schreibstil so grottig, wie z. B. bei McKinty, dann geb ich es auch gerne ungelesen wieder ab.
    Die Denise Mystery Heftchen hab ich als Jugendliche auch verschlungen und heute mag ich auch keine Mysterythriller.

    • Mella sagt:

      ich bin ja Querbeet-Leser und die guten und schlechten Protagonisten finde ich in allen Genres wieder. Auch in meinen Bevorzugten

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